Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
124
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abgetragen, die wir mit unfern Sünden verdient hatten.Denn Gott hat ihn, der von keiner Sünde wußte, füruns zur Sünde gemacht, ihm unsere Sünden zugerechnetund ihn dafür bezahlen lassen, ihn so behandelt, als wennnichts wie Sünde an ihm gewesen wäre, und ihn zum Op»fer für dieselbe gemacht, auf daß wir würden in ihm dieGerechtigkeit, die vor Gott gilt. Und diese Gerechtig»keit heißt die Gerechtigkeit des Glaubens, weil sie nichtdurch die Werke, sondern durch den Glauben erlangt,nicht den Werken, sondern dem Glauben zugerechnet wird.Paulus sagt daher Röm. i, 17. von dem Evangelium,daß darin geoffenbaret werde die Gerechtigkeit, die vorGott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben. UndPhil. 3 , 9. sschreibt er: Sein Wunsch und Bestreben gehedahin, in Christo erfunden zu werden, daß er nicht habeseine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durchden Glauben an Christum kommt, nehmlich die Gerechtig»keit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird.

Mit dieser Gerechtigkeit des Glaubens, die wir in Chri»sto haben, der uns von Gott zur Gerechtigkeit gemachtist, geht die Gerechtigkeit des Lebens verpaart, die inder Erneuerung und Heiligung unseres Sinnes und Wan»dels nach dem Worte Gottes, in der Beobachtung undErfüllung unsrer Pflichten besteht, die uns gegen Gott,uns selbst und den Nächsten obliegen. Denn der Glau»be, der uns mit Christo vereinigt und seiner Gerechtigkeittheilhaftkg macht, macht uns auch seines Geistes undSinnes theilhaftig, reinigt unser Herz und ist durch dieLiebe thätig, welche das Band der Vollkommenheit unddes Gesetzes Erfüllung ist^ Denn darin besteht die Liebezu Gott, daß wir seine Gebote halten.

Die Gerechtigkeit Zesu Christi, die durch den Glau»ben ergriffen wird und die Gerechtigkeit des Lebens nachsich ziehet, preiset der Apostel den gläubigen Christen alseine sichre Schutzwehr an, womit sie sich gegen die Nach»stellungen ihrer Feinde waffnen und decken können. Ervergleicht sie mit einem Krebs oder Panzer und Brust»Harnisch, wegen der Ähnlichkeit, die sie damit hat undweil sie das den Gläubigen im Geistlichen gewährt,