Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
123
Einzelbild herunterladen
 

123

Von selbst zerfällt unser Text in zwei Theile.

I. Betrachten wir den Krebs der Gerechtigkeit, womitwir angezogen seynmüßenz

II. Was es heiße und auf sich habe, gestiefelt seyn mitder Fertigkeit, die das Evangelium des Friedensgewährt.

i. T h e i l.

Zu einem guten Streiter Jesu Christi fordert derApostel, daß er bei der Umgürtung mit Wahrheit undAufrichtigkeit auch angezogen sey mit dem Krebsder Gerechtigkeit.

Der Krebs oder Panzer, Küras und Brustharnisch,wie er auch genannt wird, war bei den Alten eines dervornehmsten Stücke ihrer Waffenrüstung. Sie pflegtenihre Brust, den Vordertheil ihres Oberleibs, vom Halsebis auf die Hüften damit zu bedecken, damit er von denSchwerdtern, Spießen und Pfeilen ihrer Feinde nicht ver-wundet würde. Deswegen wurde er aus Kupfer oderEisen, auch wohl aus dickem Leder und anderm festen Zeuggemacht. Der Krebs gereichte demnach den Kriegsleutenzum Schutz und weil er glänzend und schön zu seyn pflegte,diente er ihnen auch zum Schmuck und zur Zierde. Wasihnen aber der Krebs und Brustharnisch war, das solleinem geistlichen Streiter die Gerechtigkeit seyn.

Durch die Gerechtigkeit, die dem Christen zum Schutzund zur Zierde dient, versteht Paulus die Gerechtigkeitdes Glaubens, womit die Gerechtigkeit des Lebens unzer-trennlich verpaart geht.

Die Gerechtigkeit des Glaubens ist die Gerechtigkeit,die Jesus Christus als unser Stellvertreter an unsrerStatt geleistet hat, dadurch, daß er seinem Vater gehor-sam geworden ist bis zum Tode, ja bis zum Tode amKreuz, wodurch er für uns die Forderungen der Gerech-tigkeit Gottes und seines Gesetzes erfüllet, den Gehorsamgeleistet, den wir schuldig geblieben waren, und die Strafe