Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
112
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langen fühlen, in allem nach seinem Wort und Willen ge»sinnt zu seyn, zu reden und zu handeln. Dabei könnenwir Glauben üben, mit Zuversicht zu ihm bethen und unsreHoffnung auf seine Gnade setzen. Ihr Lieben, sagt Io»Hannes, so uns unser Herz nicht verdammt, so haben wireine Freudigkeit zu Gott, und was wir bitten, werdenwir nehmen, denn wir halten seine Gebote und thun wasvor ihm gefällig ist. i. Ioh. 3 , 21, 22. Ein gutesGewissen bringt einen getrosten und festen Muth. UnserRuhm, sagt Paulus, ist das Zeugniß unseres Gewissens,daß wir in Einfältigkeit und göttlicher Lauterkeit, nicht infleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes aufder Welt gewandelt haben. 2. Cor. i, l2. Wennuns hingegen unser eigenes Gewissen der Unwahrheit, derUntreue und Unlauterkeit beschuldigt, wenn das Herz nichtrechtschaffen zu Gott bekehrt ist, sondern noch Sünde hat,die es unter allrrley Entschuldigungen beibehalten willzoder wenn man nach einer wahren Bekehrung diese oderjene sündlichen Neigungen und Begierden in sich aufkom»men läßt, welcher man gerne schonen und ihnen den Willenthun möchte, ob uns gleich der Geist Gottes durch seineinwendige Zucht, durch sein Wort und die Stimme desGewissens dagegen warnt, so ist man nicht geschickt zumgeistlichen Streit gegen andre Sünden und Versuchungen.Die freudige Zuversicht zu Gott und die Kraft zum gläu^bigen Gebeth fällt weg, weil uns unser Herz verdammtund Unlauterkeit vorwirft. Wo ich etwas Unrechtes vor»hätte, sagt daher David Ps. 66 i so würde der Herrmich nicht hören. Wo man nicht aufrichtig gegen Gott,sich selbst und den Nächsten gesinnt ist, sondern noch Un»lauterkeit und Falschheit hegt, da hat der Feind eineoffne Thür in unsre Herzen, um allerley böse Leidenschaf»ten in uns rege zu machen, oder uns zu verklagen, vonGott abzuhalten und um Licht, Trost und Kraft zu brin»gen. Unsre Gedanken klagen sich untereinander an, wirsuchen Ausflüchte für unsre Untreue und Verkehrtheit, dasGcmüth wird zerrüttet und verdüstert, Furcht und Un»ruhe schwächen uns. Aber Wahrheit und Aufrichtigkeitdes Herzens, Lauterkeit in unfern Absichten und Gesin-