Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
67
Einzelbild herunterladen
 

67

Viele heilsame Belehrungen und Ermahnungen hatte erihnen schon gegeben, wie sie der empfangenen Gnade wür-dig wandeln sollten, damit der Herr durch sie verherr-licht, sein Gnadenwerk in ihnen entwickelt und ihr See-lenheil gefördert würde-, so daß er wohl hätte abbrechenkönnen, wenn er nicht gewußt hätte, wie zahlreich undmächtig die Feinde und Hindernisse sind, die den Gläubi-gen im Lauf der Gottseligkeit aufzuhalten und ihm soviel möglich seine Beständigkeit im Glauben und seinenFortgang in der Gnade zu erschweren suchen. Darumwäre dies nun noch nach allen mitgetheilten tröstlichenVersicherungen und väterlichen Ermahnungen, nach allen-vorgcschriebenen Pflichten übrig, sie noch ganz besondersund ausführlich zum ernstlichen Kampf gegen ihre Heils-feinde zu ermuntern, ihnen die nöthige Stärke und.Waf-fen anzuweisen, durch deren treue Anwendung sie Alleswohl ausrichten, das Feld behalten und einen Sieg nachdem andern davon tragen würden.

Um dieser heilsamen Aufmunterung desto mehr Ein-gang zu verschaffen, redet er sie aufs liebreichste an undsagt: »meine Brüder.« Seine Brüder waren sie undnannte er sie, nicht so sehr deswegen, weil sie mit ihmaus einem Blute entsprossen waren, denn in diesem.Sinnsind alle Menschen untereinander Brüder und Schwesternund sich zu lieben verbunden, sondern vielmehr wegen dergeistlichen Gemeinschaft, worin sie mit ihm in Christodurch den Glauben, den sie mit einander gemein hatten,standen. Sie waren durch engere als durch fleischlicheBande verbunden. Sie hatten mit ihm einen himmli-schen Vater, der sie in Christo zur Kindschaft verordnet/durch das Wort 'der Wahrheit gezeuget und aus Gnadezu seinen Kindern angenommen hatte. Alle hatten sie ei-ne geistliche Mutter, die Kirche Gottes, das Jerusalem,das droben ist, die freie, die ist aller Gläubigen Mutter.Alle haben sie auch einen erstgebornen Bruder, den SohnGottes, Iesum Christum, der sich nicht schämt, sie Brü-der zu heißen. Alle gehören sie zu einem Hause, genie-ßen einerlei Speise und Trank, den Leib und das BlutChristi, die Verdienste und Früchte seines allerheiligsten

/