Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen
 

33

Weil aber die Aeltern weder Zeit noch Geschicklichkeithaben, ihre Kinder selbst in Allem zu unterweisen, was ih»ncn zu wissen und zu erlernen nöthig ist, so müßen sie die»selben auch von Andern unterweisen lassen und dafür sor»gen, daß sie die Kenntnisse, Wissenschaften und Geschick»lichkeiten, die Arbeiten und Geschäfte erlernen, die ihrenUmständen und Fähigkeiten angemessen sind, wodurch siesich nähren und der menschlichen Gesellschaft nützlich wer»den können. Die Anstalten und Gelegenheiten, welche diegöttliche Vorsehung den Aeltern dazu anbietet, müßen siebenutzen und die Kosten nicht scheuen, aber auch daraufsehen, daß ihre Kinder einen guten Gebrauch davon ma»chen, durch Aufmerksamkeit, Fleiß, Ehrerbietung und Sitt»samkeit ihre Lehrer erfreuen und sich beglücken.

Vor allen Dingen aber müßen christliche Väter undMütter ihre Kinder erziehen in der Vermahnung zumHerrn, wie der Apostel am Schluß unsers Textes em»psiehlt. Die Kinder der Christen sollen zu Christen gebil»det werden und darum auch eine christliche und gottseligeErziehung bekommen, mit dem Christenthum, den Wahrhei»ten, Lehren, Verheißungen, Wohlthaten und Pflichten deffel»ben frühe bekannt gemacht, zur Hochachtung und Liebe der»selben angeleitet werden. Wenn die Aeltern die Kraft undWohlthätigkeit des Christenthums an sich selbst erfahrenhaben, dann werden sie es sich auch von Herzen angelegensein lassen ihre Kinder darüber zu belehren. Denn wennich weiß, daß eine Sache mich bessert, beruhigt, glücklichund selig macht, so kann ich dieselbe unmöglich Personen,an deren Wohlfahrt ich den größten Anthei.l nehme, ver»schweigen, oder sie ihnen als gleichgültig vorstellen, son»dern ich werde mich gedrungen finden, ihnen vortheilhafteBegriffe davon beizubringen. Nichts ist billiger und nö»thiger, pflichtmäßiger für die Aeltern und wohlthätigecfür die Kinder. — Von dem Herrn haben die Aelternihre Kinder empfangen, dem Herrn haben sie sie in derh. Taufe übergeben, in der Vermahnung zum Herrn sol»len sie sie auch erziehen, damit sie durch seine Erkenntniß,,Gemeinschaft, Liebe und Verehrung glücklich werden. Dennwas helfen alle Wissenschaften, Geschicklichkeiten, Glücks»

5