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Der Apostel lehrt uns aber nicht allein, was die Ael-tern in Ansehung ihrer Kinder vermeiden, sondern auchwas sie zu ihrer Erhaltung, Wohlfahrt und Glückselig»keit thun sollen ; darum begleitet er seine kluge Warnungmit einer heilsamen Ermahnung, wenn er zur Erläuterungund Bestätigung des Gesagten hinzufügt: sondern zie-het sie auf in der Zucht und Vermahnung zumHerr n.
Wenn Paulus sagt: ziehet sie auf, so bedient ersich eines Worts, wodurch die Sorge der Aeltern für dasAufkommen der Kinder, für ihre Erhaltung, Gesundheitund Wohlfahrt ausgedrückt wird. Man sollte freilich den-ken, die Ermahnung dazu wäre sehr überflüßig, da dienatürliche Liebe die Aeltern dazu von selbst auffordertund bewegt; aber das Verderben unter den Menschen istso groß, daß Manche diese natürliche Pflicht aus Faulheit,Leichtsinn, Geiz, Spielsucht und Trunkenheit versäumen,nicht für den nöthigen Unterhalt ihrer Kinder sorgen, son-dern der Ermahnung dazu bedürfen.
Den Aeltern liegt es aber nicht allein ob, das Lebenund die gesunden Glieder ihrer Kinder, so viel an ihnenist, zu erhalten, sie mit nöthiger Nahrung und Kleidungzu versorgen, sondern auch auf die Entwicklung ihrer See»lcnkräfte bedacht zu sein, sie zum Nachdenken, Aufmerkenund Lernen anzuleiten, ihnen richtige Ansichten und Be-griffe von den Dingen, die sie umgeben und ihnen zuwissen nöthig sind, beizubringen. Darum sagt der Apo-stel nicht allein: ziehet sie auf, sondern: ziehet sie auf inder Zucht, oder Unterweisung. Denn Kinder sindkeine Pflanzen oder jungen Thiere, und mäßen darum auchso nicht aufgezogen werden; sie sind vernünftige Geschöpfe,sie haben eine unsterbliche Seele und hohe Bestimmung,sie sind zur Erkenntniß, Verehrung und GemeinschaftGottes berufen, sie sollen nützliche Glieder der menschli-