bieten, sondern alle ihre Dinge in der Liebe geschehenkaffen; denn Liebe wirkt Liebe.
Aber nicht allein in ihrem Regieren, Befehlen und Er»mahnen mäßen sie vorsichtig und weise, gesetzt, ernstlichund liebreich zu Werke gehn, daß ihre Kinder dadurchnicht ohne Noch erbittert und zum Zorn gereizet werden,sondern auch in ihrem Zurechtweisen, Warnen, Züchtigenund Bestrafen mäßen sie dieses thun. Denn die Bestra-fungen der Kinder sind Hausgerichte, die nicht leichtsinnigausgeübt werden mäßen. Ihr Zweck muß die Besserungder Kinder und nicht ihre Erbitterung sein, darum dürfensie nicht mit unüberlegtem Eifer geschehen. Die Kindermäßen es den Aeltern abfählen können, daß sie sie ungernstrafen, daß es ihnen wehe thue, sich dazu genöthigt zusehn, daß sie es uur aus Liebe zum Wohl ihrer Kinderthun, weil die Sünde, worüber sie dieselben bestrafen, ihrVerderben ist. Sie mäßen ihnen darum bei ihren Bestra-fungen und Zurechtweisungen das Böse, das Schändlicheund Schädliche in der Sünde Vorhalten, um sie davonabzuziehen und sie ihnen verhaßt zu machen. Sie mäßensie eher mit gelinden und ernstlichen Worten belehren undwarnen und nur dann, wenn diese nicht fruchten, härtereStrafe anwenden. Geringe Fehler mäßen sie nicht mitStrenge bestrafen; zwischen Unvorsichtigkeit, Uebereilungund Vergessenheit und zwischen muthwilligen Vergehungen,Starrsinn und Bosheit einen Unterschied machen. Muth-willigen Ungehorsam mäßen sie nachdrücklich bestrafen, aberohne Erbitterung, Ungestüm und Heftigkeit, mit ernsterund wehmüthiger Liebe, die nur ihre Besserung zur Ab-sicht hat. Dies ist es, was Paulus den Aeltern und Allen,die sich mit der Erziehung der Kinder abgeben, empfeh-len und zur heiligen Pflicht machen will, wenn er sagt:Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn. Denn durchden Zdrn versündigen sich die Kinder gegen Gott und ihreAeltern, werden verhärteter und ungehorsamer, folglichauch unglücklicher.