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Verzärtelung der Kinder, aber auch die tyrannische, sklavi-sche, mürrische, störrigc, launische, eigensinnige und allzustrenge Behandlung der Kinder. Und diese letzte ist es,wogegen Paulus warnt, wenn er sagt: Ihr Vater, reizeteure Kinder nicht zum Zorn. Denn die Aeltern sollen ihreKinder nicht durch verkehrtes und wunderliches, heftigesund ungestümes Verhalten, durch unverständiges Gebie-ten und Verbieten, durch unzeitiges Tadeln, Verweisen,Schelten, Schmähen, Beschimpfen und Bestrafen erbitternund erzürnen, mißmuthig und abgeneigt machen, sondernvorsichtig und liebreich bei ihrem Befehlen, Anordnen,Züchtigen und Bestrafen sein, daß sie die Liebe und dasZutrauen ihrer Kinder gewinnen und sie davon überzeugen,daß sie es immer wohl mit ihnen meinen, und in Allemihr Bestes wollen, auch wenn sie ihnen etwas abschla-gen oder sie bestrafen, damit die Kinder ihnen desto wil-liger gehorchen und folgen. Ze mehr christliche Aelternals die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, anzie»hen herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanft-mut!) und Geduld, desto mehr.werden sie die Herzen ih-rer Kinder, die durchgängig eine geheime und zarte Zu-neigung zu einem Menschen fühlen, der Gott von Herzenfürchtet, mit Zutrauen, Achtung und Liebe an sich ziehen.Aeltern müßen es darum überlegen und wissen, ob dasschädlich und unanständig ist, was sie ihren Kindern ver-bieten und abschlagen, ob es gutund nützlich ist, was sieihnen gebieten und erlauben, ob sie dabei bleiben könnenund werden, ob ihre Kinder im Stande sind ihre Befehlezu erfüllen. Denn alles unbillige, eigensinnige und unnützeBefehlen, alle Unbeständigkeit im Gebieten und Verbieten,schwächt die Hochachtung und Liebe der Kinder, erregtihren Unwillen, Verdruß und Zorn ohne Noth und Nutzen.Darum müßen sie keine Befehle geben, wobei nichts alsEigensinn und üble Laune zum Grunde liegt, müßen esihre Kinder nicht mißgelten laßen, wenn Andre sie beleidigthaben, an ihnen ihren Muth nicht kühlen wollen, gegensie nicht mürrisch und zänkisch seinz denn Zorn erweckt Zorn.Sie müßen ihnen nichts mit Ungestüm und Heftigkeit, vielweniger mit Fluchen und Verwünschungen gebieten und ver-