Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
18
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I«

aussieht und die Aeltern so viele Ursache haben, über dieKinder zu klagen.

Wie viele Kinder sind ungehorsam, thun muthnssllig,was ihre Aeltern verbieten, und unterlassen, was sie ihnenbefehlen, oder sind nur aus Zwang gehorsam, weigern sichihren eigenen Sinn und Willen zu brechen, sind unehrerbie-tig, grob und unbescheiden, mürrisch, störrig und trotzigin Geberden, Worten und Handlungen, verachten und ver-lästern, belügen, betrügen und bestehlen ihre Aeltern, sindfaul und unordentlich, entziehen sich ihnen, wenn sie alt,krank und schwach sind, statt ihnen zu dienen und zu helfen.Daher ist es auch nicht zu wundern, daß der Segen Gottesvon so vielen Häusern und Familien weggeht, weil mannicht in seinen Wegen wandelt, sondern seine Gebote ausden Augen setzet.

Wenn ihr klagen müßt, daß es euch nicht wohl, son-dern schlecht gehtz so fraget euch, ob ihr auch wohl denGrund dazu in der Jugend gelegt durch Ungehorsam ge-gen eure Aeltern, ob ihr eure Jugendsünden wohl erkanntund bereut, Vergebung dafür gesucht und gefunden? da-mit diese Quelle eures Unsegens verstopft werde.

Müßt ihr klagen über, ungehorsame, mißrathne Kinder,so fragt euch, wie ihr euch gegen eure Aeltern betragenhabt? und wenn euch euer Gewissen sagt, daß ihr ihnennicht gehorsam gewesen seyd in dem Herrn, sondern ihnendurch euer übles Betragen viele Seufzer, Thränen undKlagen ausgepreßt habt, so denket, Gott züchtiget euchnun dafür durch eure eignen Kinder und will euch zur Bußewecken. Darum demüthiget euch darüber vor ihm undnehmet zu dem Versöhnblut Christi eure Zuflucht, daß eureSchuld und Strafe weggenommen werde.

Sollte jemand denken: ich habe mich nicht frühzeitigzu Gott bekehrt und bin meinen Aeltern nicht gehorsam ge-wesen in dem Herrn, sondern wild und leichtsinnig, habealle Jugendsünden mitgemacht und meine Aeltern oft be-trübt, ohne nachher Buße gethan zu haben, und es geht