Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
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mir doch wohl ;— einem solchen muß ich sagen, daß seineStrafe nicht aufgehoben ist, wenn Gott sie auch nach sei-ner Langmuth aufgeschoben hat; daß sein äußeres Wohl-ergehn nur Scheinglück ist, weil er dabei ohne die Ge-meinschaft und den Frieden Gottes, ohne ein göttlich be-ruhigtes Gewissen und ohne Hoffnung deS ewigen Lebensist; daß sein Schcinglück nur eine kurze Zeit dauere undGott ihn seiner Jugendsünden wegen, so wie aller übri-gen Sünden wegen vor Gericht ziehen und nach Verdienststrafen werde, wenn er nicht eilet seine Seele zu retten.Einem solchen muß ich rathen, daß er sich durch die Ge-duld und Langmuth, womit Gott ihn trägt, zur Buße lei-ten lasse.

Klagt ein andrer, der sich frühe zum Herrn bekehrtund es sich'hat angelegen seyn lassen, seinen Aeltern ge-horsam zu seyn in dem Herrn, daß es ihm dennoch nichtwohl, sondern übel gehe, dem muß ich sagen, daß seinUebelstand nur scheinbar und bald vorübergehend sey; denneigentlich geht es ihm doch wohl, weil ihn Gott ge-segnet hat mit allerlei geistlichem Segen und himmlischenGütern, woran das meiste gelegen ist, ihm ein ewiges Wohl-ergehn in seinem Reiche bereitet hat, ihm die Last tragenhilft, die er ihm zu seiner Prüfung und Uebung aufer-legt, sie ihm zum Besten lenken will und kann. SeineTrübsal, die zeitlich und leicht ist, verschafft rc.

Wie gesegnet wäre diese Vorstellung, wenn die Kin-der dadurch bewogen würden, sich der Gottesfurcht zubefleißigen "und ihren Aeltern gehorsam würden in demHerrn; wenn die Erwachsenen veranlaßt würden überihre Jugendsünden nachzudenkcn, sie zu bereuen und Ver-gebung dafür zu suchen.

Gläubige werden dadurch erinnert, wie viel ihnen ver-geben ist; wie sie sich als wahre Christen gegen ihreAeltern betragen und auszeichnen müssen, wenn sie sie nochhaben, und nicht minder, wozu sie ihre Kinder angewöh-ncn müssen, wenn sie damit gesegnet sind; endlich, wieNoth es thut, für unsre Jugend zu bitten, und den Herrn