Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

1 ). Das Gebot Gottes : »Ehre Vater und Muttern istnicht allein das erste und vornehmste Gebot der zweiten Ta?fel, sondern auch ein Gebot, das Gott mit einer vor»züglichen Verheißung begleitet hat, mit denWorten: auf daß es dir wohl gehe und du langelebest auf Erden. Auf Sinai sprach der Herr: auf daßdu lange lebest im Lande, das dir der Herr dein Gott giebt.Dies ging zunächst die Kinder Israel an, denen ein langesLeben im gesegneten Lande Canaan sehr erwünscht war, vor»züglich deswegen, weil der Meßias in diesem Lande unterihnen sollte geboren werden, dessen Tag jeder rechtschaffeneIsraelit zu sehen wünschte. Paulus setzt dafür in unsermTerte:auf daß du lange lebest auf Erden, weil Gott den Gläubigenunter dem neuen Testament die ganze Erde zur Wohnunggegebenhat, und sie seinerErkenntniß und Ehre vollwerden soll.Sterben fromme, gehorsame Kinder früh, welches oft derFall ist, so weiß Gott, daß es für sie das Beste ist, so ent»gehen sie vielen Versuchungen, Gefahren und Leiden, werdenweggerafft vor dem Unglücke, kommen zum Frieden undruhen in ihren Kammern, gehen in den Himmel ein und sindMiterben der neuen Erde, wo sie lange, wo sie ewig lebenund vollkommen glücklich sind. Der Hauptinhalt dieser Ver»heißung ist zeitliches und ewiges Wohlergehen. Denn dieGottseligkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheis»sung dieses und des zukünftigen Lebens. Die treue Erfüllungder Pflichten gegen die Aeltern geht schon hier auf Erdenmit vielem Nutzen und Segen verpaart. Sie werden da»durch von vielen jugendlichen Ausschweifungen, Thorheitenund Lastern bewahrt, wodurch Manche sich ihr Leben verkür»zen und verbittern, sich in Unglück, Krankheit, Elend, Ver»druß und Armuth stürzen. Sie erwerben sich dadurch diebesondere Liebe, Fürsorge, Fürbitte und Segnungen ihrerAeltern, wie Sem und Japhet, Jsaac und Joseph. Wasnoch mehr ist, Gottes Wohlgefallen, Gnade und Segen ruhetauf ihnen. So wie er hingegen sein gerechtes Mißfallen anungehorsamen Kindern laut bezeiget und sie unter dem altenTestament zu steinigen befahl, 5 Mos. 21, i 8 —21. Die Er»sahrung lehrt es auch noch, daß der Herr guten Kindern ihreTreue gegen ihre Aeltern auch hier in dieser Zeit wohl vergilt,