Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
14
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weit unvermögenderen Zustande auf die Welt als die unver-nünftigen Thiere und bedürfen weit länger der Pflege,Aufsicht und Hülfe anderer als dieselben. Ihre Leibes-und Seelenkräfte entwickeln sich sehr langsam. Es gehörtviele Zeit dazu, ehe sie es gehörig unterscheiden können,was ihnen wirklich gut oder schädlich ist. Sie können unddürfen sich darum selbst nicht regieren, ihre eigenen Herrn,ihrer eigenen Wahl und eigenem Willen nicht überlassensein, sondern müßen sich von ihren Aeltern, die Vieles vorihnen an Einsicht und Erfahrung voraus haben, regierenlassen, wenn sie ihre hohe Bestimmung glücklich erreichensollen; darum ist es höchst billig, daß sie ihren Aeltern mitehrerbietiger Liebe und Folgsamkeit gehorsam und unter«than sind.

K. Um so viel mehr, da ihre Aeltern nicht allein ihreersten und natürlichen Obern, Vorgesetzte und Eigen-thümer, sondern auch nächst Gott ihre ersten und größtenWohlthäter und Freunde sind, die sie von ihrer Geburtan aufs zärtlichste liebten, ehe sie sie kannten und wiederlieben konnten, unsägliche Mühe, Arbeit, Geduld und Ko-sten auf sie verwandt, Schlaf und Ruhe für sie aufgeo-pfcrt haben, Tag und Nacht zu ihrem Wohl beschäftigtgewesen sind- Wenn Kinder im Stande sind es zu über-legen, wie sauer und mühsam ihren Aeltern ihre Erhal-tung und Erziehung geworden, wie viel sie für sie gethan,gelitten und verleugnet, wie viel Sorgen, Beschwerdenund Verdrießlichkeiten sie ihnen verursacht haben, dannmüßen sie gestehen, daß es die größte Billigkeit ist, daßsie ihren Aeltern gehorsam sind, sie wieder lieben undehren, sich ihnen auf alle Weise erkenntlich und dankbarerzeigen.

2) Der andere Grund, womit Paulus seine Ermahnungan die Kinder unterstützet, ist das ausdrückliche GebotGottes, der es in seinem heiligen, weisen und wohlthä-tigen Gesetze den Kindern befohlen hat, daß sic ihrenAeltern alle Ehre, Liebe, Treue und Gehorsam erzeigen,der einem jeden Kinde in dem fünften Gebot dieses Gesetzeszuruft: Du sollst deinen Water und deine Mutter ehren.Dies ist das Gebot des Gottes, der sie ihren Aeltern ge»