Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

wohl bescheidene Vorstellungen darüber machen, sie dabeiliebreich und wehmüthig abmahnen, aber wenn es nichthilft: so müßen sie damit Geduld haben und sie tragen.In allen Fällen müßen ihre Gespräche mit ihren Reiternvon ihrer Ehrerbietung gegen sie zeigen, und ihre Wortewie ihre Geberden bescheiden, freundlich und liebreich,offenherzig, zutraulich und aufrichtig seyn.

o. Kinder müßen ihre Ehrerbietung, Hochschätzung undLiebe gegen ihre Aeltern nicht allein mit Geberden undWorten, sondern auch mit der That selbst in allen ihrenHandlungen und mit ihrem ganzen Verhalten an den Taglegen z sich ihrer nicht schämen, wenn sie auch geringsind, sich ihnen nicht entziehen, wenn sie ihres Beistandesbedürfen, sie nicht betrügen und hintergehen, ihnen nichtsentwenden und veruntreuen, noch auch gestatten, daß esvon andern mit ihrem Wissen und Willen geschehe. Siemüßen vielmehr ihren Umgang lieben und ihnen zu gefal»len suchen, ihre Gewogenheit so werth halten, daß sie sichlieber ein Vergnügen versagen und sich in ihren Begierdeneinschränken, als ihre Aeltern mißvergnügt und unzufriedenmachen. Sie müßen sich hüten, daß sie ihren Aeltern durchihr Betragen keine Leiden verursachen, sondern darauf be-dacht sein, ihnen durch ihr Wohlverhalten Freude zu be-reiten, ihr Wohlergehen befördern und ihre Lasten erleich-tern zu helfen, sich ihnen dankbar erzeigen für das vieleGute, das sie von ihnen genießen und ihre Gütigkeit niemißbrauchen, sondern eine den Aeltern wohlgefällige Anwen-dung davon machen, ihnen mit allen möglichen Dienstenan die Hand gehen, gerne mit ihnen und für sie arbeiten,ihnen in Schwachheit und Krankheit willige Handreichungthun, bei Mangel und Armuth ihnen allen möglichen Bei-stand leisten. Dieß thun auch gutgeartete, fromme Kinder.Wie ehrerbietig ging Joseph mit seinem Vater Jacob um,wie zärtlich und treu sorgte er für ihn und sein ganzesHaus in Egypten. Wie liebreich nahm sich Ruth ihrerarmen Schwiegermutter Naemi an und unser Heiland nocham Kreuze seiner Mutter, die eine dürftige Wittwe warund die er deswegen seinem Jünger Johannes empfahl,für sie nsit kindlicher Liebe zu sorgen. Je meh,r mit dey