Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
497
Einzelbild herunterladen
 

497

von England aus sein Ohr erreicht und ihm verkündet haben,daß zwischen dir und seiner Braut, Eveline Verenger, Liebes-gedanken statt gefunden haben, gegen dich eingenommen.Ha! habe ich jetzt die rechte Saite berührt?"

Im mindesten nicht", sagte Damian, der ganzen Kraftund Standhaftigkeit, die ihm seine Tugend verleihen konnte,aufbietenddieser Bursche hat bloß mein Schienbein mitseinem Hammer etwas unsanft berührt. Fahre fort! MeinOheim vernahm einen solchen Bericht und glaubte ihm?"

Ja, er glaubte ihm," sagte der Pilger,ich darf es keckbehaupten, denn er verhehlte mir keinen seiner Gedanken.Aber er bat mich, Euch seinen Verdacht sorgfältig zu verheh-len. Sonst sagte er, würde das junge Wölfchen nie in dieFalle gehen, um den alten Wolf zu befreien. Wäre er nureinmal in diesem meinem Kerker, pflegte Euer Oheim fort-zufabren, er könnte verfaulen und sterben, ehe ich einen Pfen-nig Lösegcld zur Befreiung des Liebhabers meiner Braut ab-schicken würde."

Konnte es wirklich mein Oheim sein, der so sprach?"sagte Damian erstaunt.Konnte er auf solchen Verrath anmir stnnen, daß er mich in dem Gefängnisse verschmachtenlassen wollte, in das ich zu seiner Befreiung eilte? Nein,das kan» nicht sein!"

Schmeichelt Euch nicht mit einer falschen Meinung", sagteder Pilgerwenn Ihr nach Syrien geht, so geht Ihr inewige Gefangenschaft, während Euer Oheim in den Besitzeines wenig verringerten Reichthums und der Eveline Veren-ger zurückkehrt."

Ha!" rief Damian aus, blickte sodann einen Augenblickauf den Boden und fragte den Pilger mit gedämpfterStimme, was er ihm in einer solchen Noth zu thun rathe?"

Die Berlobten. 32