Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
494
Einzelbild herunterladen
 

494

leihen, würdest du dich dann wohl deiner jetzigen Prahlereierinnern wollen? Denn wenn das nicht der Fall ist, sokannst du aus meine Verschwiegenheit bauen, und darfst zu-versichtlich glauben, daß ich die Verschiedenheit zwischen denGesinnungen des gefesselten Damian, und denen des freienDamian nie verrathen werde."

Was willst du damit? Oder willst du überhaupt et-was Anderes, als mich quälen?" sagte Damian.

Nicht so," erwiederte der alte Pilger, eine Pergament-rolle, auf welcher sich ein schweres Siegel befand, aus demBusen ziehend.Wisse, daß dein Vetter, Randal Lacp, aufeine sonderbare Weise erschlagen und seine Vcrrätherei gegenden Constabel und dich auf eine eben so sonderbare Weiseentdeckt wurde. Der König hat dir als Schadloshaltungfür reine Leiden gänzliche Verzeihung bewilligt, und dich mitdem dritten Theile der reichen Besitzungen belehnt, die durchRandals Tod der Krone anheimgefallen sind."

Und hat mir der König auch meine Freiheit wieder ge-schenkt?" rief Damian aus.

Von diesem Augenblicke an seid Ihr im Genüsse dersel-ben" sagte der Pilger,blickt auf das Pergament, undbetrachtet das königliche Siegel und die königliche Unterschrift!"

Ich muß bessere Beweise davon haben! Hierher!" riefer aus, laut mit seinen Fesseln klirrend,hierher, du Murr-kopf Kerkermeister Sohn eines sächsischen Wolfshundes!"

An die Thüre pochend, unterstützte der Pilger seine Be-mühungen, den Kerkermeister herbeizurufen, der nun in Folgedessen eintrat.

Bin ich noch dein Gefangener, oder nicht?" rief Damianin ernstem Tone.

Der mürrische Kerkermeister befragte den Pilger durch einen