„Für meine Freibeit," sagte Damian, „laßt diese Fesselnzeugen und dieses Gemach für meinen Reichthum; allein ver-künde deine Neuigkeiten — sollte mein Oheim, denn ich fürchte,daß deine Erzählung ihn betrifft, meines Vermögens odermeines Armes bedürfen, so hat dieses Gefängniß und meineentwürdigte Lage bitterere Qualen für mich, als ich geglaubthatte."
„Euer Oheim, junger Mann," sagte der Pilger, „ist Ge-fangener, ich sollte vielmehr sagen, Sklave des Großherrn;denn er gerieth in einer Schlacht, in der er sich ungemeinauSzeichnete, doch aber nicht im Stande war, die Niederlageder Christen, womit sie endete, zu verhindern, in die Händeder Türken. Dies geschah, während er den Rückzug deckte,doch nicht eher, als bis er, zu seinem Unglücke, wie es sichnachher zeigte, Hassan Ali, einen Liebling des Sultan, er-schlagen hatte. Der grausame Heide ließ den würdigen Rit-ter mit schwererern Fesseln belasten, als Ihr tragt, und derKerker, in welchem er schmachtet, erhebt diesen zum Pallaste.Des Ungläubigen erster Entschluß war, den tapfern Constabeldes schrecklichsten Todes sterben zu lassen, den seine Peinigernur ersinnen konnten; allein das Gerücht sagte ihm, daß erein Mann von großer Macht und großem Reichthume seie.Er verlangte daher ein Lösegcld von io,ooo Byzantinern").Euer Oheim erwiederte, daß die Bezahlung derselben ihn zumbettelarmen Manne machen und ihn nöthigen würde, alleseine Güter zu verkaufen, und dann müsse man ihm auchZeit lassen, um seine Güter in Geld umzusctzen. Der Sul-tan erwiederte, es liege ihm wenig daran, ob ein Hund, wieder Constabel, fett oder mager sei, und er beharre daher auf
*1 i Byzantiner — r Ducaten.
Anmerk. d. Hebers.