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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
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489
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wurde, oder wohl auch des Umstandes, daß die Gewißheit,so traurig sie auch sein mag, von manchen Gemütbern stand-hafter ertragen wird, als der fieberische Kampf zwischen Lei-denschaft und Pflicht. Allein das Ende seiner Gefangenschaftschien sich mit raschen Schritten zu nähern. Sein Kerker-meister, ein mürrischer Sachse, aus der Hefe des Volkes, er-mahnte ihn, gesprächiger als gewöhnlich, sich auf eine schleu-nige Veränderung seiner Wohnung gefaßt zu machen. DerTon, in welchem er dies sagte, überzeugte den Gefangenen,daß keine Zeit zu verlieren sei. Er begehrte einen Beichtiger,und obschon der Kerkermeister sich ohne Antwort entfernte,so schien er doch durch sein Benehmen anzudeutcn, daß manihm diese Forderung bewillige» werde.

Am nächsten Morgen, zu einer ungewöhnlich frühen Stunde,hörte man die Schlösser und Angeln der Zelle klirren undstöhnen, und Damian ward aus einem unterbrochenen Schlafeaufgeweckt, der ihn kaum erst einige Stunden gelabt hatte.Seine Augen hefteten sich auf die langsam sich öffnende Thüre,als ob er den Henker und seine Gesellen erwartete; alleinder Kerkermeister führte einen wohlbeleibten Mann in Pilger-kleidern herein.

Bringt Ihr mir einen Priester, Wärter," sagte der un-glückliche Gefangene.

Er kann die Frage selbst am Besten beantworten," er-wiederte der mürrische Beamte, und entsernte sich alsbald.

Der Pilger blieb in dem Zimmer stehe», den Rücken gegendas kleine Fenster oder vielmehr die Schießscharte gekehrt, diedie Zelle nur unvollkommen erhellte, und betrachtete Damian,der auf seinem Bette saß, mit aufmerksamen und durchdrin-genden Blicken. Seine blaffen Wangen und wild verworre-ne» Haare standen in einem traurigen Einklänge mit seinen