Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
474
Einzelbild herunterladen
 

474

Frau beschütze den kühnen de Lacy," beantwortet wurde, ver-kündeten, daß der Constabcl in der Nähe war.

Vidal machte unglaubliche Anstrengungen, um sich demFührer des Zuges zu nahen, dessen durch den wallenden Fe-derbusch ausgezeichneter Helm und rechte Hand, in der er denCommandostab hielt, Alles war, was er von ihm sehenkonnte; so enge umschloß ihn die Schaar der Reiter und Die-ner. Endlich siegten seine Anstrengungen und er sah sich nurnoch einige Schritte von dem Constabel entfernt, dieser be-fand sich in einem kleinen Kreise, der mit großer Mühe fürdie Feierlichkeit des Tages leer erhalten worden war. DemMinstrel kehrte er den Rücken, und war gerade im Begriff,sich von seinem Pferde herabzubcugen um den königlichenFreibrief Wilkin Flammock zu überreichen, der sich auf einKnie niedergelassen hatte, um ihn desto ehrfurchtsvoller zuempfangen. Seine Stellung nöthigte den Constabel, sich sotief niederzubeugen, daß sein wallender Federbusch sich mitder fliegenden Mähne seines edlen Rosses zu vermischen schien-

In diesem Augenblicke schwang sich Vidal mit unglaublicherGewandtheit über die Köpfe der Flamänder, die den Kreisbewachten, und ehe ein Äuge zu zucken vermochte, fußte seinrechtes Knie auf dem Hintcrtheile des Pferdes des Constabels,und hatte seine linke Hand den Kragen seines Büffelwamseserfaßt. Dann haschte er seine Beute, wie der Tiger nach demSprunge, zog in demselben Augenblicke einen kurzen und schar-fen Dolch hervor, und bohrte ihn in den untern Theil desNackens gerade da, wo der Rückgrad, der durch den Stichgetrennt wurde, dazu dient, dem Rumpfe des menschlichenKörpers die geheimen Einflüsse des Gehirns mitzutheilen.Der Stoß wurde mit der größten Genauigkeit und der an-gestrengtesten Kraft beigebracht. Der unglückliche Reiter fiel