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„Und welchen Auftrag habt Ihr für michfragte derMinstrel den Boten.
„Wenn Ihr, wie ich vermutbe, der Minstrel Renault Vidalseid, so habt Ihr Euren Herrn, dem früher crtheiltcn Befehlegemäß, an der Schlachtenbrücke zu erwarten."
„Ich werde ihn dort treffen, wie cS meine Pflicht erheischt,"antwortete Vidal, und kaum hatte er ausgeredct, so eiltendie zwei Reiter schnell hinweg, und kamen ihm bald aus demGefichte.
Jetzt war es vier Uhr Nachmittags, und schon neigtesich die Sonne, dock blieben dem Minstrel noch immer mehrals drei Stunden bis zur Zeit der Zusammenkunft, und dieEntfernung von dem dazu entfernten Orte betrug nicht wei-ter als vier Meilen*). Vidal lenkte daher, entweder umauszuruhen, oder um seinen Gedanken nachzuhängen, von demPfade ab und schlich sich in ein Dickicht zur linken Hand, auswelchem die Wasser eines Bächleins hervorströmten, das auseiner kleinen unter dem Gebüsche aufsprudelnden Quelle ent-sprang. Hier setzte sich der Reisende nieder, und heftete miteiner Miene, die von dem, was er that, nichts zu wissen schien,sein Auge über eine halbe Stunde lang auf die schimmerndeQuelle, ohne seine Stellung zu verändern, so daß er in heid-nischen Zeiten die Statue eines Wassergottes, der sich überseine Urne hinbeugt, und bloß auf die Wasser aufmerksamist, die sie ausströmt, dargestellt haben würde. Endlich jedochschien er aus dieser tiefen Zerstreuung zu erwachen. Er standauf und nahm einige rauhe Nahrungsmittel aus seiner Pilger-tasche, als ob er sich plötzlich erinnert hätte, daß das Leben
») Englische Meilen, von denen etwas mehr als vier auf eine deutscheMeile gehen. Anmerk. d. Hebers.