447
Ehe Flammock antworten konnte, nahte sich ein Knappedem Prinzen Richard, und flüsterte ihm, jedoch so laut, daßes alle Anwesenden hören konnten, die Worte in'S Ohr:„Wir haben die Bemerkung gemacht, daß innere Uneinig-keiten oder irgend eine unbekannte Ursache einen großen Theilder Mannschaft von den Mauern der Burg entfernt haben,und daß vielleicht ein Angriff —"
„Hörst du es, Johann," rief Richard aus, „Leitern, Freund— Leitern herbei, und zu den Mauern. Wie würde es michfreuen, dich auf der höchsten Sprosse zu sehen — mit schlot-ternden Kniecn — krampfhaft angeklammerten Händen —überall um dich her nur Luft und Himmel, ein paar hölzerneStäbe ausgenommen — tief unten der Graben — ein halbesDutzend Picken an deiner Kehle —"
„Schweig, Richard, aus Scham, wenn auch nicht ausMenschengefühl," sagte sein Vater in einem halb zürnen-den, halb bekümmerten Tone. „Und du Johann, eile zumAngriffe."
„Sobald ich meine Rüstung angelegt habe, Vater," ant-wortete der Prinz. Mit diesen Worten zog er sich langsamund mit einem so bleichen Gesichte zurück, daß man sich keinegroße Eile in seinen Vorbereitungen von ihm versprechenkonnte.
Lächelnd sah ihm sein Bruder nach. „Es wäre kein üblerSpaß, Alberick," sagte er zu seinem Knappen, „wenn wir dasSchloß nähmen, ehe Johann sein seidenes Wamms mit einemstählernen vertauscht hat."
Mit diesen Worten entfernte er sich schnell. Sein Vateraber rief in väterlichem Schmerze aus: „O Himmel, er ist zuhitzig, wie sein Bruder zu kalt ist; allein es ist der männ-lichere Fehler. Gloucester," fuhr er, an jenen berühmten Gra-