ja — die Frist unsrer Verpflichtung war verstrichen. — Siehatte von meinen Verlusten — meiner Niederlage — derZerstörung meiner Hoffnungen — der Aufopferung meinerSchätze gehört, und benutzte nun die erste Gelegenheit, welcheihr der Buchstabe des Gesetzes darbot, um ihre Verbindungmit einem Manne abzubrechen, der Gluck und Ruhm einge-büßt hatte. Manches Mädchen würde so gehandelt, ja viel-leicht klüglicher Weise so gehandelt haben. — Aber diesesWeibes Name hätte nicht Eveline Verenger heißen sollen."
Er lehnte sich auf den Arm seines Knappen und legte ei-nen Augenblick sein Haupt auf dessen Schultern nieder miteiner Tiefe der Rührung, die Guarine zuvor nie an ihm be-merkt hatte, und die er mit lenkischer Theilnahme bloß da-durch zu beschwichtigen versuchte, daß er seinen Herrn bat,„gutes Muths zu sein, da er ja nur ein Weib verlorenhabe."
„Dieß ist keine selbstsüchtige Empfindung, Philipp," sagteder Constabel, sich wieder fassend. „Es schmerzt mich minder,daß sie mich verlassen, als daß sie mich falsch beurtheilt hat— daß fie mich behandelt hat, wie der Pfandverleiher seinenelenden Schuldner behandelt, der sich das Pfand aneignet,sobald der Augenblick verschwunden ist, in dem es hätte auS-gelöst werden sollen; glaubte sie denn, daß ich meinerseitsein so strenger Gläubiger gewesen sein würde? — Daß ich,der ich, seit ich sie kannte, mich ihrer kaum für würdig hielt,als ich noch Reichthum und Ruhm besaß, fie hätte zwingenwollen, mein gesunkenes Geschick zu theilen? Wie wenig kanntefie mich je, oder wie egoistisch, mußte fie glauben, daß michdas Schicksal gemacht habe? Allein sei's — sie ist dahin —mag fie glücklich sein; der Gedanke, daß fie meinen Friedenstörte, soll aus meiner Seele verschwinden, und ich will glau-