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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
419
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nicht so. Erlaubt mir noch ein Wort. Da ihr entschlossenseid, von Eurer Freiheit keinen Gebrauch zu machen, selbstwenn die unheilvolle Zeit Eurer Verpflichtung vorüber ist,warum duldet ihr sodann, daß dieser junge Mann unsereEinsamkeit theilt sicherlich ist er jetzt wieder so weit genesen,daß er nach einem andern sichern Platze gebracht werden kann-Wir wollen unsere frühere eingezogene Lebensweise wiederannehmcn, bis uns die Vorsicht bessere oder sichere Aussichtensendet."

Eveline seufzte, blickte auf den Boden, dann ihreBlicke aufwärts richtend, hatte sie noch einmal ihren Mundgeöffnet, um zu erklären, sie wäre bereit, eine so vernünftigeAnordnung zu treffen, wenn ihr nicht Damians noch neueWunden und der zerrüttete Zustand des Landes entgegenstünden, als sie plötzlich durch schmetternde Trompetenklange,die vor dem Burgthore ertönten, unterbrochen wurde. MitBestürzung und Angst auf seinem Angesichte, kam Raoul her-beigehinkt, um seine Gebieterin zu benachrichtigen, daß sich einRitter von einem Wappenherold in königlicher Livcre undeiner starken Kriegsschaar begleitet, vor dem Schlosse befinde,und im Namen des Königs Einlaß begehre.

Eveline dachte einen Augenblick nach, ehe sie antwortete:Selbst auf des Königs Befehl soll die Burg meiner Vor-fahren nicht geöffnet werden, bevor wir genau wissen, vonwem und weßwegen cs verlangt wird. Wir wollen selbstzum Thore, und die Absicht und Aufforderung vernehmenmeinen Schleier, Rosa, und rufe meine Frauen zusammen. Schon wieder diese Trompetenklänge! Ach es tönt wieein Zeichen des Todes und der Zerstörung!"

Die prophetischen Besorgnisse Evelinens waren nicht unge-gründet, denn kaum hatte sie die Thüre des Gemachs erreicht,