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Pfandverschreibung eines Lombarden gleicht, die an dem be-stimmten Tage eingelöst werden muß, wenn das Pfand nichtverloren gehen soll."
„Ich kann hierauf nichts erwiedern, Madame," erwiedcrteRosa, „als daß Diejenigen, welche ihren Vertrag buchstäblichhalten, in meinem Lande als an nichts mehr gebunden be-trachtet werden."
„Das ist flamändische Sitte, Rosa," sagte ihre Gebieterin,„allein der Ehre eines Normannen ist mit einer so beschränk-ten Pflichterfüllung nicht genügt. Wie! wolltest du, daßmeine Ehre, meine Neigungen, meine Pflicht, kurz Alles, wasdem Weibe werth und theuer sein muß, von demselben Fort-gange des Kalenders, den der Wucherer ablauert, um sicheines verfallenen Pfandes zu bemächtigen, abhinge- — Binich eine so gemeine Waare, daß ich einem Manne gehörenmuß, wenn er vor Michaelis mich verlangt, und einem an-dern, wenn er nachher kommt? — Nein Rosa, so erkläre ichmir meine Verpflichtung nicht, als sie durch die besondereVorsicht unserer Frau von Kgrlls cloloureuse geheiligtwurde."
„Dieß ist ein Gefühl, das Eurer würdig ist, meine theuersteGebieterin," erwiederte Rosa; „aber Ihr seid so jung, so mitGefahren umringt, so sehr der Verläumdung preisgegeben,daß wenn ich mir den Zeitpunkt denke, wo Ihr einen gesetz-lichen Beschützer und Gefährten haben werdet, ich ihn alseinen Ausweg aus vielen Zweifeln und Gefahren betrachte."
„Denke nicht daran, Rosa," erwiederte Eveline, „zähledeine Gebieterin nicht zu jenen vorsichtigen Weibern, die sichnoch bei den Lebzeiten ihres Gatten, weil dieser alt und kränk-lich ist, klüglicherweise nach einem andern umsehen."
„Genug, meine theuerste Gebieterin," sagte Rosa, — „doch