375
Siebenundzwanzigstes Kapitel.
Bor Zeiten mar'S, sagt MN», ein lust'ger Ort;
Doch jeht fehlt ihm etwas — er ist verflucht!
WordS worth.
Der Platz, auf dem das Scharmützel vorfiel, und LadyEvelinens Befreiung bewirkt wurde, war ein wilder und ein-samer Ort. Er bildete eine kleine Ebene und eine Art vonRuheplatz zwischen zwei rauhen Pfaden, von denen einer sichvon Unten an dem Flusse Hinaufwand und der andere sichnoch weiter nach den Felsen hinaufzog. Von Hügeln und Ge-hölz umgeben, war er ein berühmter Jagdplatz, und in frühe-ren Tagen hatte ein walliser Fürst, der seiner ungemeinenGastfreundschaft und seiner Liebe zum 6rw und zur Jagd we-gen, weit umher bekannt war, daselbst eine Waldhötte er-baut, in der er seine Freunde und Anhänger mit einer inCambria beispiellosen Freigebigkeit bewirthete.
Die Phantasie der Barden wird stets durch die Prachtangelockt; und da sie keine Einwendungen gegen die beson-dere Art der Freigebigkeit dieses Fürsten zu machen hatten,so gaben sie ihm den Zunamen „Edris, der Becherfürst;" jasie erhoben ihn in ihren Gesängen so hoch, als die Heldendes berühmten Hirlas Horn. Doch fiel der Gegenstand ihresLobes endlich als Opfer seiner schwelgerischen Neigungen;denn er wurde bei einem jener unruhigen Auftritte, die nichtselten seine berüchtigten Gastmahle beschlossen, erstochen. Em-pört über diesen Vorfall, begruben die versammelten Brittendie irdischen Uebcrreste des Fürsten an dem Orte, wo er starb,