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Sie kroch sodann durch einen engen und dunstigen Gang,der auf beiden Seiten mit unbehauenen Steinen belegt undso niedrig war, daß sie in keiner andern Stellung hätte hin-einkommen können. Als sie ungefähr zwei oder drei Schrittevorgerückt war, öffnete sich der Gang in eine Höhle oder einGemach von unregelmäßigen, aber engen Dimensionen; cSwar jedoch so hoch, daß sie bequem darin sitzen konnte. Zugleicher Zeit deutete ihr das Geräusch, das sie hinter sichvernahm, an, daß die Räuber den Eingang, durch den sieso in den Schooß der Erde gelangt war, versperrten. Deut-lich konnte sie das Rasseln der Steine hören, mit denen sieden Eingang Verschlüßen, und bald bemerkte sie, daß diefrische Luft, die durch die Oeffnung gedrungen, allmählig zumangeln begann, und die Atmosphäre des unterirdischen Ge-maches noch feuchter, schwerer und drückender wurde, alszuvor.
In diesem Augenblicke drang ein entferntes Geräusch zuihren Ohren. Sie konnte starke Schläge, Pferdehufschlag, dieFlüche, das Freudengeschrei und Wellgeheul der Kämpfendenunterscheiden; allein Alles drang so gedämpft durch die rau-hen Mauern ihres Gefängnisses, daß es in ein dumpfes undhohles Gemurmel zusammenfloß, und ihren Ohren nichtsSicherers und Deutlicherers zuschickte, als was vielleicht dieTobten von der Welt hören, die sie verlassen haben.
Unter so furchtbaren Umständen und im Wahnsinne derVerzweiflung, kämpfte Eveline mit so wüthender Kraft umihre Freiheit, daß es ihr endlich gelang, die Arme zu ent-fesseln. Allein dieß überzeugte sie bloß von der Unmöglichkeitder Flucht; denn nachdem sie den ihr Haupt umhüllendenSchleier weggenommcn hatte, fand sie sich in der tiefstenFinsterniß, und als sie hastig ihre Arme ausbreitete, fand sie,