Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
356
Einzelbild herunterladen
 

356

gütige Lady, schweiget still, und laßt uns längs dem Uferdes Teiches, unter dem Winde, hinschleichen, die Hauben unse-rer Falken ganz lose haltend, damit sie in jedem Augenblickezum Auffluge bereit sein können."

Indem er so sprach, ritten sie ungefähr 100 Ruthen andem rauschenden Flusse hinab, bis das kleine Thal, durchwelches er floß, eine plötzliche Wendung machte, und ihnenden rothen Teich zeigte, dessen überflüssige Wasser eben diesenFluß bildeten.

Dieser Berg-See oder Moor (tarn) wie er in einigen Ge-genden genannt wird, war ein tiefes Becken, das ungefähreine Meile im Umfange hatte, allein mehr länglicht als kreis-förmig war. Auf der Seite, auf welcher sich unsere Falken-jäger befanden, erhob sich ein Felsenrücken von dunkelrotherFarbe, von dem der Teich seinen Namen hatte, der diesemassive und dunkle Vormauer in seinem Schooße spiegelndihre Farbe anzunchmen schien. Auf der entgegengesetzten Seitebefand sich ein mit Heidekraut bedeckter Hügel, dessen herbst-liche Blüthe noch nicht von der Purpurfarbe zum Rothbraunhingewelkt war. Seine Oberfläche war mit dunkelgrünemStachelgeist und Farrenkraut, und an manchen Stellen mitgrauen Klippen oder lockern Steinen von derselben Farbebedeckt, und bildete so einen starken Gegensatz mit der ihnengegenüberliegenden goldgelben Felsenwand. Ein schöner Sand-weg ward durch den Strand gebildet, der sich rings um denganzen See erstreckend, seine Wasser von dem abschüssigen Fel-sen auf der einen Seite, von dem jähen und abgebrochenenHügel auf der andern trennte- Da er nirgends weniger, jaan einigen Stellen eher weiter, als s oder 6 Ruthen Breitehatte, so bot er in seinem ganzen Umkreise dem Reiter, dersein Pferd in Athem zu setzen wünschte, eine verführerische