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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
355
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sen eilte Eveline, nichts Böses fürchtend und mit dem frohenGefühle eines dem Kerker entgangenen Gefangenen auf ihremmuntern Zelter rasch vorwärts. Die Federn, womit DameGillian ihren Reisehut geziert hatte, tanzten in dem Winde,und ihre Begleiter galoppirten mit Hunden, Jagdtaschen,Netzen und allem andern zur Falkenjagd gehörigen Geräthehinter ihr her. Nachdem sie den Fluß überschritten hatten,begann sich der wilde Wiesenpfad, den sie verfolgten, auf-wärts über kleine Anhöhen zu ziehen, die zuweilen kahl undfelsig, und zuweilen mit Haselbüschen, Schlehdorn und anderemniederem Gesträuch bewachsen waren; endlich aber zog er sichplötzlich niederwärts, und brachte sie an den Rand eines klei-nen Bergfluffes, der wie ein spielendes Lamm lustig vonFelsen zu Felsen hüpfte, unschlüssig wie es schien, welchenWeg er einschlagen solle.

Dieser kleine Fluß war stets mein Liebling, Dame Gil-lian," sagte Eveline;und jetzt hüpft er, scheint cS mir,fröhlicher und leichter dahin, weil er mich wieder sieht "

Ach, Lady," sagte Dame Gillian, deren Untcrhaltungs-gabe in solchen Fällen die Gränze einiger gemeiner Schmei-cheleien nie überstieg,mancher schöne Ritter würde decken-hoch springen, wenn er die Erlaubniß bekäme, Euch so unge-hindert und frei anzuschauen, wie der Bach hier, und besondersjetzt, da Ihr diesen Reisehut aufgesetzt habt, der an ausge-zeichnet sinnreicher Erfindung, meines Erachtens, eine Bogen-schußweite vor allem dem voraus hat, was ich bisher erfun-den habe. Was meinst du, Raoul?"

Ich meine," antwortete ihr gut gearteter Ehemann,daßdie Zungen der Weiber dazu bestimmt sind, alles Wild ausder Gegend zu vertreiben. Jetzt sind wir dem Orte nahe, wowir allein etwas erbeuten können; deßhalb bitte ich Euch,