wenn die Einbildungskraft, unbezähmt durch die Sinnorgane-ihr phantastisches Gewebe aus jedweder Idee webt, die zu-fällig in dem Schläfer aussteigt. Kein Wunder also, daß deLacy dunkel die Idee vorschwebte, er sei eine und dieselbePerson mit dem unglücklichen Mark von Cornwall, und daßer aus diesem unfreundlichen Traume mit einer umwölkternEtirne erwachte, als er am Abende zuvor eingeschlafen war.Er beobachtete ein düsteres Schweigen und schien in ts-fe Ge-danken verloren, als sein Knappe ihn bei seinem Aufstehenmit einer Ehrfurcht bediente, die jetzt nur noch Monarchengezollt wird.
„Guarine," sagte er endlich, „kennst du den kräftigenFlamänder, der sich, sagt man, bei der Belagerung vonKsräs ckoloureuse so tapfer benommen hat? — Ein großer,dicker und korpulenter Mann!"
„Sicherlich, Mylord," antwortete der Knappe, »kenne ichWilkin Flammock; ich sah ihn erst gestern."
„Wirklich?" erwiederte der Constabelz — hier meinst du?in der Stadt Glocester?"
„Ohne Zweifel, mein guter Herr; er kam theils des Han-dels wegen hieher, theils aber auch, wie ich glaube, um seineTochter Rosa zu besuchen, die zu dem Gefolge der huldreichenLady Eveline gehört."
„Er ist ein tüchtiger Krieger, nicht wahr?"
„Gleich den meisten seines Volkes?" sagte der norman-nische Knappe. — „Ein Wall für eine Burg, allein unbrauch-barer Schutt im offenen Felde."
„Auch treu, nicht wahr?" fuhr der Constabel fort?
„Treu, wie die meisten Flamänder, so lang Ihr sie fürihre Treue bezahlen könnet," antwortete Guarine, der sich einwenig über den ungewöhnlichen Autheil wunderte, den sein