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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
317
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weisere Leute hoch verehren ich meine die Ehre der Män-ner und die Treue der Weiber. Nennst du dich einen Min-strel, und kennst keine Erzählung von weiblicher Treue?"

Ich kannte deren viele, edler Herr, allein ich legte siebei Seite, als ich der Ausübung des scherzenden TheilS derfrohen Wissenschaft *) entsagte. Nichts destoweniger aber kannich, wenn Ew. Herrlichkeit darauf hören wollen, ein altesLied über einen solchen Gegenstand singen."

De Lacy gab ihm seine Einwilligung durch ein Zeichen,und legte sich nieder, als wolle er schlafen. Vidal aber be-gann eines jener endlosen, und fast unzählbaren Abenteuerdes Ausbunds der wahren Liebenden, nämlich der schönenJsolte. Er besang die standhafte und ununterbrochene Treueund Liebe, welche sie in zahllosen, schwierigen und gefährlichenLagen gegen ihren Buhlen, den tapfern Sir Tristrem, ausKosten ihres minder begünstigten Gatten, des unglücklichenKönigs Mark von Cornwall, bewahrte, dessen Neffe, wie Je-dermann weiß, Sir Tristrem war.

Nicht einen solchen Gesang der Lieb und Treue würde deLacy gewählt haben, allein eine gewisse Scham hielt ihn ab,den Sänger zu unterbrechen, vielleicht weil er den unange-nehmen Gefühlen, die der Inhalt der Erzählung in ihm er-weckte, nicht nachhängen oder sie anerkennen wollte. Er schliefbald ein, oder stellte sich wenigstens so, und der Minstrel,der noch einige Zeit seinen Gesang fortsetzte, begann endlichselbst den Einfluß des Schlummers zu fühlen. Seine Worteund die Töne, die er seiner Leier zu entlocken fortfuhr, warenabgebrochen und unzusammenhängend, und schienen seinen

*) Seeons, Science, Science gaie, Scienrn, Gesang und Dicht-kunst- Anmerk. d. Uebers.