sten Morgen werde ich dich für deinen Gesang in dem Maaßebelohnen, als ich Gefallen daran finde."
«Mylord," sagte Vidal, „ich bin bereits belohnt, sowohldurch die Ehre, die Ihr mir habt widerfahren lassen, als durchden prachtvollen Anzug, der fich besser für einen königlichenMinstrel schickt, als für Einen, der in einem so niedrigenRufe stehet, wie ich; allein bezeichnet mir einen Gegenstand,und ich will mein Möglichstes thun, nicht aus Gier nach künf-tigem Lohne, sondern aus Dankbarkeit für bereits genosseneWohlthaten."
„Großen Dank, guter Bursche," sagte der Constabel.„Guarine," fügte er dann, sich an seinen Knappen wendend,hinzu, „sorgt dafür, daß die Wachen ausgestellt werden; duselber aber bleibe in dem Zelte. — Lege dich auf die Bären-haut nieder, und schlafe oder höre dem Gesänge des Minstrelszu, je nachdem du es für gut findest; du hältst dich ja, wieich gehört habe, für einen Kenner solcher Dinge."
In jenen unfichern Zeiten herrschte der Gebrauch, daß indem Zelte eines jeden großen Barons irgend ein getreuerDiener die Nacht über schlief, damit, im Falle einer Gefahr,einiger Schutz und Beistand nahe war. Demzufolge entblößteGuarine sein Schwert, nahm es in die Hand und legte fich ineiner solchen Stellung auf den Boden nieder, daß er bei demgeringsten Vorfälle, das Schwert in der Hand, aufspringenkonnte. Seine großen und schwarzen Augen, in welchen derSchlaf mit dem Wunsche, den Gesang anzuhören, rang, wa-ren auf Vidal geheftet, der sie, im Widerscheine der silberne»Lampe, gleich denen eines Drachen oder Basilisken funkelnsah. Nach wenigen vorläufigen Griffen auf den Saiten seinerLaier bat der Minstrel den Constabel, ihm den Gegenstand zunennen, an dem er seine Kräfte versuchen solle.