»Ich glaube in der Thal, ehrwürdige Mutter," sagte derConstabel, seiner Seits dem Unwillen Raum gebend, „daßein reiches und begütertes Mädchen, das unverheirat-et istund wahrscheinlich unverheirathet bleibt, eine passendere undwillkommenere Bewohnerin des Klosters wäre, als eine solche,die nicht von der Welt getrennt werden kann, und derenSchätze daher wahrscheinlich die Einkünfte des Hauses nichtvergrößern werden."
Der Constabel that der Aebtisssn durch diese übereilteAeußerung großes Unrecht, und Ließ befestigte sie nur in ih-rem Entschlüsse, jede Fürsorge für ihre Nichte während seinerAbwesenheit abzulehnen. Sie war in der That so uneigen-nützig als stolz, und der einzige Grund, warum sie über ihreNichte erzürnt war, bestand darin, daß ihr Rath nicht ohnealle Zögerung befolgt worden war, obschon die Sache aus-schließlich EvelinenS Glückseligkeit betraf.
»Möge Euch der Himmel, Herr Ritter," crwiederte sie,„die beleidigenden Meinungen verzeihen, die Ihr in Betreffseiner Diener hegt! Es ist in der That, des Heils EurerSeele wegen, Zeit, daß Ihr in dem heiligen Lande Buße thut,da Ihr so voreilige Urtheile zu bereuen habt. Was Euchbetrifft, meine Nichte, so könnt Ihr jene Gastfreundschaft nichtwünschen, die ich Euch nicht gewähren kann, ohne ungerechtenArgwohn, wenigstens dem Anscheine nach, wahr zu machen,da Ihr an Eurer Großtante zu Baldrinqham eine weltlicheVerwandte habt, die durch fast ebenso enge Bande des Blu-tes an Euch geknüpft ist, als ich, und die Euch ihre Thoreöffnen kann, ohne sich dem unwürdigen Tadel auszusctzen, daßsie sich aus Eure Kosten zu bereichern suche."
Der Constabel sah die Todtenblässe, die sich bei diesemVorschläge über EvelinenS Wangen verbreitete, und ohne die