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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
308
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glücklich und sicher sein muß, so lange sie Eure Rathschlägevernimmt und in diesen heiligen Mauern verweilt."

Allein die Aebtissin war zu tief beleidigt, als daß sie durchein Complimcnt hätte besänftigt werden können, das vielleicht' kluger auf eine ruhigere Stunde verschoben worden wäre.

^Mylord," sagte sie,und Ihr, werthe Nichte, Ihr solltet wis-

^ scn, wie wenig meine Nathschläge die ich übrigens da,

wo man sie ungern hört, nicht häufig ertheile denjenigennützen können, die in weltliche Angelegenheiten verwickeltsind. Ich bin eine Frau, deren Leben der Religion, der Ein-samkeit mit einem Worte dem Dienste Unserer Frau unddes heiligen Benedicts geweiht ist. Bereits bin ich von mei-nem Vorgesetzten getadelt worden, daß ich aus Liebe zu Euch,liebe Nichte, mich tiefer in weltliche Dinge eingelassen habe,als es der Vorsteherin eines Nonnenklosters geziemt ichwill mir deßwegen keinen weitern Tadel zuziehen, auch könntihr dieß nicht von mir erwarten- Die Tochter meines Bru-ders, »»gefesselt von weltlichen Banden, war mir eine will-kommene Theilnehmcrin meiner armen Einsamkeit, allein die-ses HauS ist zu gering für den Aufenthalt der Braut einesmächtigen Barons; auch fühle ich mich in meiner Niedrigkeitund Unerfahrenheit nicht fähig, über eine solche Dame dieHerrschaft auszuüben, die mir über alle diejenigen zusteht,welche dieses Dach beschützt- Der Ernst unsrer Andachts-Übungen und die noch stillern und reiner» Betrachtungen, de-nen die Bewohnerinnen dieses Hauses geweiht sind," fuhr dieAebtissin mit steigender Hitze und Heftigkeit fort,sollen nicht,um einer weltlichen Verbindung willen, durch die Zudring-lichkeit einer Person gestört werden, deren Gedanken noth-wendig an dem weltlichen Tande der Liebe und der Ehe hän-gen müssen."