Als der Gesang aufgehört hatte, vernahm der Constabel einZweigespräch vor dem Zelte, und unmittelbar darauf tratGuarine in das Zelt und meldete dem Lord, daß ein Mann»der seinem Vorgeben nach auf das Geheiß des Constabel hier-hergekommcn sei, mit ihm zu sprechen begehre.
»Auf mein Geheiß," sagte de Lacy; „laßt ihn augenblick-lich vor."
Der Bote des vorigen Abends trat in das Zelt, in dereinen Hand seine kleine Mütze und in der andern die Lautehaltend, aus der er so eben gespielt hatte. Sein Anzug warfantastisch. Er bestand aus mehreren buntscheckigen Unterklei-dern, deren glänzende und mannigfaltige Farben auf diesonderbarste Weise mit einander contrastirten — als Ober-kleid diente ihm ein kurzer, hellgrüner normännischer Mantel.An einem gestickten Gürtel hingen, anstatt der Vcrtheidigungs-waffcn, auf der einen Seite ein Dintenfaß mit seinem Zu-behör, und auf der andern ein Tischmeffer. Sein Haar warnach Art der geistlichen Tonsur geschnitten, was andeutensollte, daß er in seiner Kunst eine gewisse Stufe erreicht habe;denn die frohe Wissenschaft hatte eben so gut ihre verschiede-nen Stufenfolgen, als der geistliche Stand und die Ritter-schaft. Die Miene und das Benehmen des Mannes schienenmit seinem Stande und seiner Kleidung im Widerspruche zustehen; denn so lustig und fantastisch die letztere war, so ernst,ja fast finster war die erstere, und wenn sie nicht durch seinepoetischen und musikalischen Bestrebungen begeistert war, schiensie eher tiefes Nachdenken, als die sorglose Lebhaftigkeit zuverrathen, welche den meisten seiner College» eigen war. Da-her hatte sein, obwohl keineswegs schönes Angesicht etwasUeberraschendes und Ergreifendes, wozu der Contrast mitden bunten Farben und dem sonderbaren Schnitte seiner Ge-