Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

286

Der Constabel seufzte:Das größte Glück in diesem Au-genblicke könnte mir die Ueberzeugung gewähren, daß meinNeffe sich wieder besser befindet."

Betrübt Euch nicht wegen des edlen Damian, Eureshoffnungsvollen und tapfern Vetters" erwiederte der Bi-schof. Denn ich glaube zuversichtlich, daß Ihr in Kurzem dieNachricht von seiner Genesung erhalten werdet; oder daß,wenn es Gott gefallen sollte, ihn in eine bessere Welt abzu-rufen, der Uebergang so leicht und seine Ankunft im Hafendes Glückes so schnell sein wird, daß es besser für ihn ist,gestorben zu sein, als noch länger gelebt zu haben."

Der Constabel blickte ihn an, als wolle er auf seinemGesichte sicherere Kunde, als seine Worte anzudeuten schienen,über das Schicksal seines Neffen einziehen. Der Prälat hin-gegen, der weitern Nachforschungen über einen Gegenstandentgehen wünschte, über den er vielleicht bereits zu weitsich eingelassen zu haben befürchtete, schellte mit einer silber-nen Glocke, die vor ihm auf einem Tische stand, und gebotdem auf dieses Zeichen eintretenden Kaplan, einen sichernBoten nach der Wohnung Damian de Lacy's abzusenden,um genaue Kunde über seine Gesundheit einzuziehen.

Ein Fremder," erwiederte der Kaplan,der so eben vomKrankenzimmer des edlen Damian von Lacy kommt, wünschtin diesem Augenblicke eingelassen zu werden, um den LordConstabel zu sprechen."

Laßt ihn augenblicklich vor," sagte der Erzbischof meinGeist sagt mir, daß er uns erfreuliche Botschaft bringtnie noch sah ich so demüthige Buße eine so willige Hin-gebung natürlicher Wünsche für den Dienst des Himmelsdie nicht durch ein zeitliches oder geistliches Glück belohntworden wäre."