Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
276
Einzelbild herunterladen
 

Lacy wußte dieß wohl, und die Schwierigkeit, einen solchenGeist zu beugen, erschien ihm, da nun der Augenblick der Aus-führung herbeigekommen war, weit großer, als er früher, daer die Krisis noch in der Ferne sah, geglaubt hatte. DerPrälat, ein Mann von schöner und stattlicher Gestalt, mitZügen, die zu strenge waren, als daß sie hätten angenehmund einnehmend sein können, empfing den Constabel mit demganzen Gepränge geistlicher Würde. Er saß auf einemStuhle von Eichenholz, der reichlich mit geschnitzten gothi-schen Zierden versehen war, und über dem Fußboden untereiner Nische von ähnlicher Arbeit stand. Sein Gewand wardas reiche erzbischöfliche Oberkleid, das mit reicher Stickereigeziert und um den Nacken und an den Aermeln mit Bortenbesetzt war.

In der Gegend des Halses und in der Mitte stand esoffen, und zeigte ein gesticktes Unterkleid, unter dessen Falten,gleichsam als nur unvollkommeu verborgen, das enge häreneHemd des Prälaten hervorsah, das er stets unter allen seinenPrachtgewändern trug. Seine bischöfliche Mütze lag nebenihm auf einem eichenen Stuhl. An demselben lehnte auchsein geistlicher Amtsstab, der die Form eines ganz einfachenHirtenstabs hatte, obwohl er sich weit mächtiger und furcht-barer, als Schwert und Lanze bewiesen, als ihn die HandThomas« Decket geschwungen hatte.

In einiger Entfernung kniete in einem weißen Chorhemdeein Kaplan vor einem Pulte, und-las aus einem buntgemal-ten Buche eine theologische Abhandlung vor, in die Baldwinscheinbar so sehr vertieft war, daß er den Eintritt des Con-stabels nicht zu bemerken schien. Dieser höchlich erzürnt überdiese neue Geringschätzung, blieb am Eingänge stehen, unentschloffen, vb er den Leser unterbrechen und den Prälaten an-