senden Menge Einwohner, die IheilS um das prachtvolleSchauspiel anzustaunen, theils aber auch, um zufällig denSegen des heiligen Prälaten zu erhaschen, herbeigelaufenwaren — war so groß, daß der Constabel nur mit Mühe biszu der Pforte des Palastes dringen konnte; und als diesesHindcrniß überwunden war, fand er ein anderes in der Hart-näckigkeit der Diener des Erzbischofs, die ihm, obschon erNamen und Rang angab, nicht gestatten wollten, die Schwelleder Wohnung zu überschreiten, bevor sie von ihrem Herrn denausdrücklichen Befehl dazu erhalten hätten.
Der Constabel empfand die ganze Wirkung dieser gering-schätzigen Aufnahme. Er war vom Pferde gestiegen, in dervollen Zuversicht, augenblicklich, wo nicht in des PrälatenGegenwart, doch wenigstens in den Palast gelassen zu wer-den, und als er nun unter den Knappen, Aufwärtern undStallknechten des geistlichen Herrn stand, war er so empört,daß er anfänglich im Sinne hatte, sein Pferd wieder zu be-steigen, und in sein vor den Mauern der Stadt aufgeschlage-nes Zelt zurückzukehren, es sodann dem Bischöfe überlassend,ihn da zu suchen, wenn er wirklich eine Zusammenkunft mitihm wünsche. Allein die Nothwendigkeit einer Aussöhnungdrang sich fast im nämlichen Augenblicke seinem Geiste auf,und er bezwang die erste trotzige Eingebung seines beleidig-ten Stolzes. „Wenn unser weiser König," so dachte er beisich selbst, „einem Erzbischöfe von Canterburp bei dessen Leb-zeiten den Steigbügel hielt und sich nach seinem Tode denentwürdigendsten Bußübungen vor seinem Heiligenschrein un-terwarf, so darf ich sicherlich seinem Nachfolger in derselbenmächtigen Würde gegenüber nicht bedenklicher sein." Ein an-derer Gedanke, den er kaum aufkommen zu lassen wagte, em-pfahl ihm dasselbe demüthige und unterwürfige Betragen. Er