Hilflosigkeit des Patienten, in dessen Seele diese Visionenaufsteigen, doppelt ergreifend, und wir fühlen ein tiefes Mit-leiden mit dem Leidenden, dessen Gedanken sich so weit vonseinem wirklichen Zustande verirren.
Tief empfand dieß der Constabel, als er seinen Neffen dasKriegsgcschrei der Familie zu wiederholten Mulen erhebenhörte. Nach den Befehlen, welche Damian von Zeit zu Zeitrrthcilte, zu urtheilen,-schien er thcitig damit beschäftigt, seineKrieger gegen die Walliser zu führen. In einem andernAugenblicke murmelte er verschiedene Ausdrücke der Reitkunst,der Falkenbeize, der Jagd. Er erwähnte hiebei den Namenseines Oheims zu wiederholten Malen, als ob die Idee sei-nes Vetters sich sowohl seinen kriegerischen Unternehmungen,als seinen Fischfangs- und Jagdbelustigungen bcigemischthätte. Er murmelte auch noch andere Töne, allein sie warendurchaus unverständlich. Mit einem Herzen, das noch mehrdurch die Leiden seines Vetters erweicht wurde, als er dieGegenstände vernahm, mit denen sich sein irrender Geist be-schäftigte, legte der Constabel seine Hand zwei Mal auf dieKlinke der Thüre, in der Absicht, das Schlafgemach zu betre-ten; allein zwei Mal hielt er inne, da seine Augen mit reich-licheren Thronen gefüllt waren, als er den Anwesenden zuzeigen für gut fand. Endlich gab er seinen Vorsatz auf, ver-ließ eilig das HauS, bestieg sein Pferd, und ritt nur von vierDienern begleitet, nach dem Palaste des Bischofs, wo, wieihm das öffentliche Gerücht sagte, der Erzbischof Baldwin sei-nen momentanen Wohnsitz aufgeschlagen hatte.
Der Schwarm von Reitern, Handpferden, Saumroffen undweltlichen und geistlichen Dienern, die das Thor der erzbi-schöflichen Wohnung umlagerten, in Verbindung mit der gaf-Die Verlobten. 18