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Knie niedcrlaffend, ergriff er den Saum ihres Schleiers undküßie ihn mit der tiefsten Ehrerbietung. Evcline trat erstauntund erschrocken zurück, obwohl in dem Aussehen des Fremdennichts lag, das ihre Furcht hätte rechtfertigen können. Erschien ungefähr dreißig Jahre alt zu sein. Seine Gestalt warhoch und edel, obschon etwas verwelkt, und seine Gesichts«bildung schien entweder in Folge großer Leiden oder frühzei-tiger Ausschweifungen zu früh gealtert zu sein- Sein Be-nehmen war fast bis zur Uebertreiburg höflich und ehrerbie-tig. Er bemerkte Evelinenü Erstaunen, und sagte in einemstolzen, zugleich aber gerührten Tone: »Ich fürchte, man hatsich in mir geirrt, und hält meinen Besuch für eine unwill-kommene Aufdringlichkeit."
„Steht auf," antwortete Eveline, „und laßt mich EurenNamen und Eure Angelegenheit wissen. Man hat mich zueinem Verwandten des Constabel von Chester berufen."
„Und Ihr erwartetet den jugendlichen Damian," antwor-tete der Fremde; allein die Heirath, von der ganz Englandwiederhallt, wird Euch mit noch andern Mitgliedern seinesHauses bekannt machen, und unter diesen auch mit Randalvon Lancy. Vielleicht," fuhr er fort, „hat die schöne EvelineVerenger seinen Namen noch nie aus dem Munde seinesglücklicheren Verwandten vernommen — ja glücklicher ist erin jeder Hinsicht, allein höchst glücklich nach seinen gegenwär-tigen Aussichten."
Dieses Compliment war mit einer tiefen Verbeugung be-gleitet, und Eveline sehr verlegen, wie sie seine Höflichkeitenerwiedern sollte; denn obschon sie sich jetzt sehr wohl erinnerte,daß sie den Constabel diesen Randal obenhin erwähnen gehörthatte, so geschah es doch in Ausdrücken, die zu erkennen ga-