rechnen konnte/ und der bei dem Prälaten in großem Ansehenstand. Allein trotz des Glanzes der Anerbietung vernahmihn der Prälat mit finsterem und hartnäckigem Schweigen, undtrug zur Beantwortung desselben auf eine persönliche Zusam-menkunft mit dem Constabcl an einem bestimmten Tage an,wo kirchliche Angelegenheiten den Bischof nach Gloucester rie-fen. Der Bericht des Vermittlers ließ den Constabcl einenharten Kampf mit dem stolzen und mächtigen Geistlichen er-warten; aber selbst stolz und mächtig, und durch die Gunstseines Monarchen unterstützt, erwartete er nicht, daß er un-terliegen werde.
Die Nothwendigkcit, daß diese Sache vorerst bcigelegtwar, sowie der erst kürzlich erfolgte Tod des Vaters derEvcline, gaben de Lacp's Bewerbung einen Anstrich von Heim-lichkeit, und verhinderten, daß fie durch Turniere und kriege-rische Uebungen, bei denen er sonst seine Geschicklichkeit vorden Augen seiner Geliebten an den Tag zu legen gestrebthaben würde, verherrlicht wurde. Die klösterlichen Regelnverboten ihm, Tanz- und Mufikunterhaltungen oder anderefriedlichere Vergnügungen zu veranstalten; und obschon derConstabcl seine Liebe durch die glänzendsten Geschenke an seineBraut und ihre Dienerschaft zu erkennen gab, so schritt dochdie ganze Sache, nach der Meinung der erfahrenen DameGillian, mehr mit der Feierlichkeit eines Leichenbegängnisses»als mit dem geflügelten Schritte eines herannahenden Hoch-zeitfestes vorwärts.
Die Braut selbst fühlte etwas der Art, und war manch-mal der Meinung, die Sache hätte durch die Besuche desjungen Damian ein fröhlicheres Ansehen gewinnen können,da sein mit dem ihrigen so sehr übereinstimmendes Alter nichtwenig geeignet war, ihr einige Erholung von der förmlichen