237
entschuldigen sind — zudem habe ich ihnen Straflosigkeitzugesagt. — Habt Ihr noch sonst etwas zu befehlen?"
„Nichts, guter Guarine," sagte Eveline, „außer daß Ihr
* dieses kleine Geschenk annehmen sollt, um Wein für EureKrieger anzuschaffen, damit sie die nächste Nacht fröhlicherzubringen, als die letztverfloffene. — Und jetzt ist er fort —Mädchen, du mußt jetzt, denke ich, wohl einsehcn, daß wasdu sähest, kein irdisches Wesen war?"
„Ich muß meinen eigenen Ohren und Äugen glauben,Fräulein," erwiederte Rosa.
„Wohl — allein gesteht mir dasselbe Privilegium zu," ent-gegnete Eveline. „Glaube mir, mein Erretter (denn so mußich ihn nennen) trug die Züge eines Wesens, das nie in der^ Nähe von Baldringham war, noch sein konnte. — Sage mir
' nur Eines. — Was hältst du von dieser sonderbaren Prophe-
zeiung? — „Als Gattin Wittwe und als Mädchen Weib,vermählt, Betrügerin und betrogen." Du wirst sagen, es, sei eine bloße Erfindung meines Gehirns — allein halte es
einen Augenblick für den Ausspruch eines ächten Wahrsagersund sage mir, was du davon denkst?"
„Daß du wohl betrogen werden, nie aber selbst betrügenkannst, meine theuerste Lady," sagte Rosa lebhaft.
Eveline reichte ihrer Freundin die Hand, und als sie dieihr von Rosa ebenfalls gereichte zärtlich drückte, flüsterte sieihr mit Wärme die Worte zu: „Ich danke dir für das Urtheil,das mein eigenes Herz bestätigt."
* Eine Staubwolke kündigte jetzt die Ankunft des Constablevon Chester und seines Gefolges an, das noch durch die An-wesenheit seines Wirthes Sir William Herbert, und einigerseiner Nachbarn und Verwandten vermehrt war, die derWaise von Karäe äoloureuse (denn unter diesem Namen war