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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
213
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Häufigkeit übernatürlicher Einmischungen zu zweifeln. Sietröstete sich daher mit der, obwohl durch die unwillkürlichenSchauder, die sie bei jedem sich regenden Blatte anwandelten,widerlegten Meinung, daß Eoeline, indem sie sich dem ihraufcrlegten Gebrauche unterwerfe, in keine wirkliche Gefahrgerathe, sondern bloß einem verjährten Familienaberglaubenhuldige. So wie sich diese Uebcrzeugung in Rosa's Seelefestsetzte, fing ihr Entschluß, die Nacht wachend zuzubringen,zu wanken an ihre Gedanken verirrten sich zu Gegenstän-den, auf die sie nicht gerichtet waren, gleich Schafen, die derAufsicht ihres Hirten entlaufen ihre Augen brachten ihrkein deutliches Bild von der breiten, runden und silbernenScheibe mehr zurück, nach der sie noch immerhin starrten.Endlich schloßen sie sich, und auf dem zusammengefalletenMantel sitzend, ihren Rücken gegen die Wand des Zimmersgekehrt, und ihre weißen Arme über ihrem Busen gekreuzt,sank Rosa Flammock in tiefen Schlummer.

Furchtbar ward ihre Ruhe durch einen gellenden und durch-dringenden Schrei gestört, der aus dem Gemache drang, inwelchem ihre Gebieterin ruhte. Auffahren und an die Thürefliegen, war bei dem edlen Mädchen, das der Furcht nie mitder Liebe oder der Pflicht zu kämpfen gestattete, das Werkeines Augenblicks. Allein die Thüre war verriegelt und ver-schlossen, und ein anderer, schwächerer und fast ächzenderSchrei schien zu sagen: die Hülfe muß augenblicklich sein,oder sie ist vergebens. Eilig stürzte Rosa an's Fenster, undrief nicht, sondern schrie dem normännischen Soldaten zu, der,an den weißen Falten seines Wachtrockes kenntlich, noch immerseine vorige Stellung unter dem alten Eichbaume behauptete.Bei dem Rufe: »Hülfe! Hülfe! Lady Eveline ist ermordet!"stürzte die anscheinende Statue, Plötzlich zu lebensvoller Thä-