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„Sie sind, glaube ich," sagte der Haushofmeister, „ge-kommen, um dieses huldreiche Fräulein zu beschützen."
„Was! meine Tochter," sagte Ermcngarde in einem düsterverweisenden Tone. „Wagst du es nicht, eine Nacht unbe-wacht in dem Hause deiner Vorfahren zuzubringen?"
„Behüte Gott!" sagte Eveline. „Allein diese Leute gehö-ren nicht mir an, und stehen auch nicht unter meinen Befeh-len. Sie gehören zum Gefolge des Constabel von Lacy. Erließ es zur Bewachung des Schlosses zurück, weil er glaubte,es möchte von Räubern Gefahr drohen."
„Räuber," sagte Ermengarde, „haben nie das Haus Bal-dringham beunruhigt, seit ein normännischer Räuber ihm sei-nen besten Schatz in der Person deiner Großmutter gestohlenhat. — Und so bist du, armer Vogel, schon gefangen? —Schlimm. Doch cs ist dein Loos, und warum sollte ich michdarüber wundern oder ärgern? denn wann gab es ein schö-nes Mädchen mit einem reichen Brautschatze, das nicht schonvor der Volljährigkeit einem jener kleinen Könige, die unsnichts, nach dem es ihren Leidenschaften gelösten kann, unserEigenthum nennen lassen, zur Sklavin bestimmt wordenwäre? Gut — ich kann dir nicht helfen — ich bin bloß einarmes und verachtetes Weib, schwach durch Alter und Ge-schlecht. Und welchem von diesen Lacy's bist du zur Haus-sklavin bestimmt?"
Eine solche Frage, von einer Person aufgeworfen, derenVorurtheile einen so entschiedenen Charakter trugen, konntewohl Evclinen nicht zum Bekenntnisse der wahren Umstände,in denen sie sich befand, vermögen, da es nur zu sehr amTage lag, daß sie von ihrer sächsischen Verwandten wedervernünftigen Rath, noch nützlichen Beistand zu erwarten habe.