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so schienen ihr die Gesichtszuge wieder denselben Ausdruck zuhabe», den ihnen der Maler gegeben batte, mit dem einzigenUnterschiede, daß sie, für Evelinens Einbildungskraft, immernoch eine gewisse Würde und Anmuth beibchielten, die siefrüher nicht an ihnen bemerkt hatte. Mit einer tiefen, fastan Furcht gränzenden Scheu, jedoch aber durch das Gesicht,das sie so eben gesehen hatte, einigermaßen getröstet und auf-gerichtct, wiederholte Eveline unaufhörlich die Gebete, vondenen sie glaubte, daß ihre Wohlthäterin sie am wohlwollend-sten und gütigsten aufnehmcn werde. Endlich erhob sie sich,und zog sich nach der äußern Kapelle zurück. Hier knieetennoch immer einige weibliche Wesen vor den Heiligenbildern,die die Mauern und Nischen der Anbetung darbotcn. Dieübrigen Bittenden hatten sich, zu bekümmert, um ihre An-dachtsübungen länger fortsctzen zu können, auf der Burg zer-streut, um Erkundigungen über ihre Freunde cinzuziehen, undsich einigermaßen zu erfrischen, oder doch wenigstens ein Ruhe-plätzchen für sich und ihre Familien zu verschaffen.
Mit gesenktem Haupte und vor jedem Heiligenbilde einAve Maria murmelnd (denn drohende Gefahren muntern denMenschen zur Beobachtung religiöser Gebräuche aus) hatteLady Eveline bereits schon die Thüre der Kapelle erreicht,als ein anscheinender Gewappneter in aller Eile eintrat undmit lauterer Stimme, als sich's an einem so heiligen Ortegeziemte, nach Lady Evelinen fragte. Angeregt durch die Ge-fühle der Ehrfurcht, die ihr der Vorfall in der Bctkapclleeingeflößt hatte, stand sie gerade im Begriff, ihm seine mili-tärische Rohheit zu verweisen, als der Gewappnete in ängst-licher Hast sie mit den Worten anredete: „Tochter, wir sindverrathen." Trotz seiner kriegerischen Rüstung und seineskriegerischen Aussehens war Vater Aldrovand doch an seiner