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Glaubens die betenden Hände gen Himmel erhebend, und aufdas sichtbare Bild ihrer Anbetung Blicke heftend, in denendas inbrünstigste Flehen und die demüthigste Hingebung mitunwillkührlichen Thränen rangen, war sie vielleicht noch schö-ner, als zu der Zeit, wo sie den Preis der Ritterlichkeit inden Schranken von Chester hatte ertheilcn dürfen. Kein Wun-der war es daher, daß Lady Eveline in einem solchen Augen-blicke hehrer Gemüthserhebung, in dem sie in tiefe Andachthingegossen, vor einer Beschützerin lag, an deren Macht, siezu beschützen und ihr ihren Schutz durch ein sichtbares Zeichenkund zu thun, sie nicht im mindesten zweifelte, in der Mei-nung stand, sie gewahre mit ihren eigenen Augen die Geneh-migung ihres Gelübdes. Als sie mit begeistertem Auge undeiner von Enthusiasmus glühenden Einbildungskraft auf dasGemälde blickte, so schienen ihr die groben, von dem griechi-schen Maler gezogenen Umrisse einen andern Ausdruck anzu-nehmcn; die Augen wurden, so wähnte sie, belebt und beant-worteten die demüthigen Bitten der Flehenden durch Blicke,in denen das reinste Mitleid glänzte, ja der Mund gestaltetesich sichtbarlich zu einem unaussprechlich süßen Lächeln. Esschien ihr sogar, das Haupt mache eine sanfte Verbeugung.
Ueberwältigt von der ihr inwohnenden übernatürlichenScheu vor Erscheinungen, an deren Realität sie ihr Glaubenicht im mindesten zweifeln ließ, kreuzte Lady Eveline ihreArme über ihrem Busen und warf sich, die Stirne gegen denBoden gekehrt nieder, als der geeignetsten Stellung zur An-hörung einer göttlichen Mittheilung.
Allein so weit ging ihre Erscheinung nicht; sie vernahmnicht den leisesten Laut einer Stimme, und als sie ihre Blicke,nachdem sie sie in der ganzen Kapelle verstohlen umhergewor-fen hatte, wieder zu dem Bilde Unserer lieben Frau erhob,