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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
91
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Kummers, vor der Blende ihrer Beschirmerin nieder, flehteum den Schutz der ihr verwandten Unschuld zur Bertheidi-gung ihrer Freiheit und Ehre, und schrie um Rache gegenden wilden und verrätherischen Häuptling, der ihren Vatererschlagen hatte und nun ihre Veste belagerte. Nicht nur ge-lobte sie der Kapelle der Schutzheiligen, um deren Hülfe sieflehte, ein reiches Geschenk an Ländereien, sondern es gingein Schwur über ihre Lippen (obwohl diese bebten und einegewisse innere Stimme sich gegen dieses Gelübde empörte),daß jedweder Ritter, den unsere liebe Frau von Ksräs ckou-Inurense zu ihrer Rettung werde gebrauchen wollen, alsLohn für seine Dienste jedes Gut, das sie in Ehren gewährenkönne, sollte es selbst ihre jungfräuliche Hand am Hochaltarsein, erlangen solle. Durch die Versicherungen der Ritterauf den Glauben gebracht, eine solche Bewilligung sei dashöchste Gut, das der Himmel verleihen könne, glaubte sieeine Schuld der Dankbarkeit abzutragen, als sie sich ganzder reinen und gebenedeiten Jungfrau, auf deren Hülfe siebaute, zur Verfügung stellte. Vielleicht lag in dieser Hinge-bung eine irdische Hoffnung versteckt, der sie wahrscheinlichselbst nicht bewußt war, und die sie für die unbestimmteAufopferung, zu der sie sich entschlossen hatte, einigermaßenentschädigte. Sie schmeichelte sich vielleicht mit der Hoffnung,die heilige Jungfrau, diese gütige und wohlwollende Beschütze-rin, werde von der ihr zugestandenen Macht einen schonendenGebrauch machen, und den zu ihrem Netter erwählen, demsie am liebsten die gelobte Gunst erweisen würde.

Allein, wenn auch eine solche Hoffnung vorhanden war,wie ja oft unfern edelsten und reinsten Gefühlen etwasSelbstsüchtiges anhängt, so hatte doch Eveline selbst keineAhnung davon. In der vollen Zuversicht eines unbedingten