Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

86

euch Entsatz schicken die ersteren würden die ganze Beutebaden wollen und die andern verlangen, daß ihnen dieSchatze ihres Landsmanns ungeschmälert übergeben werden."

Das will ich gerade nicht bestreiten," sagte der Flamän-der:allein wenn ich Euch nun in soweit traue, warumgebt Ihr mir mein Vieh nicht zurück, das Ihr in EurenHänden habt, und über das Ihr frei verfügen könnt? wennIhr mir nicht vor der Hand einen kleinen Gefallen er-weisen wollt, was kann ich sodann nachher von Euch er-warten?

Selbst in weit wichtigeren Dingen würde ich Euch will-fährig sein," entgegnete der gleichfalls argwöhnische Walliser;allein was hilft es dich, wenn du dein Vieh in der Festunghast? Auf der Ebene da unten kann besser dafür gesorgtwerden."

Wahrlich," erwiederte der Flamänder,du hast Rechtes wird uns hier nur belästigen, da wir dessen bereits genugzum Gebrauche der Besatzung haben. Und doch, wenn ichdie Sache näher betrachte, so sehe ich, daß wir Futter genughaben, um alles Vieh, das wir besitzen, zu erhalten, und auchnoch mehr. Auch ist mein Vieh von einer vorzüglichen Gat-tung und von den reichen flandrischen Heerden herbeigeschafftworden; ich wünschte daher, daß es mir wieder zugcstelltwürde, ehe eure Aerte und walliser Beile sich mit dem Felledesselben etwas zu schaffen machen."

Du sollst es diese Nacht noch mit Horn und Klaue er-halten," sagte Jorworth, und zwar als ein bloßes Handgeldvon einem großen Guthaben-"

Ich danke Euch, sagte der Flamänder, für Eure Freige-bigkeit. Ich bin ein einfacher Mann und beschränke meineWünsche auf die Wiedererlangung meines Eigenthums."