Aufforderungen des walliser Fürsten zu beantworten geson-nen bist?"
„Ehrwürdiger Vater," entgegnete der Flamänder, „sagtmir zuerst, welcher Art diese Aufforderungen sein werden?"
„Sie werden dahin lauten, daß das Schloß augenblicklichübergeben werden soll," antwortete der Mönch. „Was wirdEure Aniwort sein?"
„Meine Antwort wird sein — Nein, es wäre denn, daßdie Bedingungen günstig lauteten."
„Wie, Herr Flamänder! Ihr wagt es, das Schloß Ksräeüouloureuse und das Wort Uebergade in einem Athem aus-zusprechen ?"
„In keinem Falle, wenn ich etwas Besseres thun kann.Allein kann wohl Euer Hochwürdcn wünschen, daß ich solange zaudere, bis unter der Besatzung die Frage aufgewor-fen wird, ob ein wohlbeleibter Priester oder ein fetter Fla-mänder das beste Fleisch für ihre Schlachtbank liefern?"
„Pah!" erwiederte Vater Aldrovand, „was sind das fürNarrheiten! Höchstens in 24 Stunden muß uns Entsatz wer-den. Raymond Verenger erwartete ihn mit Gewißheit diszu dieser Zeit."
„Raymond Verenger hat sich diesen Morgen in mehr alseiner Sache getäuscht," antwortete der Flamänder.
„Höre, Flamänder," sagte jetzt der Mönch, der sich in derEinsamkeit seines Klosters seiner kriegerischen Gewohnheitenund Neigungen noch nicht ganz entwöhnt hatte, „ich rathedir, aufrichtig und redlich in dieser Sache zu verfahren, wenndir anders dein Leben lieb ist; denn es sind hier, des heutigenBlutbads ungeachtet, noch Engländer genug am Leben, umdie starrköpfigen flamändischen Frösche in den Burggraben zuschleudern, falls du bei der Vcrtheidigung des Schlosses und