»Wir haben jetzt keine andere Zuflucht mehr, als dasGebet."
„Sehr wahr, guter Vater," bemerkte ihm der unerschütter-liche Flamänder; „betet Ihr so lang Ihr wollt; ich will michmit dem Fasten begnügen, zu dem ich mich bald werde ver-stehen müssen, ich mag wollen oder nicht." In diesem Augen-blicke hörte man ein Horn vor den Thoren der Festung er-tönen. — „Schaut nach dem Fallgatter und dem Thore, ihrLeute. — Was gibt's Neues, Neil Hansen?"
„Ein Abgesandter der Walliser harret an dem Mühlen-hügel, genau in der Schußweite einer Armbrust; er hat eineweiße Fahne und verlangt eingelassen zu werden." ^
„Wenn dir dein Leben lieb ist," sagte Wilkin in seinerLandessprache, „so laß ihn nicht ein, bevor wir uns auf sei-nen Empfang vorbereitet haben. Richte die große Stein-schleuder nach dem Orte, wo er steht, und schieß ihn nieder,wenn er von der Stelle zu gehen wagt, ehe wir Alles gehö-rig angeordnct haben. Und Neil, du Hundsfott, rege dich.Laß alle Piken, Lanzen und Spieße in der Burg auf die Zin-nen bringen und in die Schießscharten stecken. — Nimm einpaar alte Tapeten und mache Paniere daraus, und pflanzesie auf den höchsten Thürmen auf. — Laß, wenn ich dir einZeichen gebe, die Trommeln rühren, und in die Trompetenstoßen, wenn wir nämlich noch welche haben; und wenn dießnicht der Fall ist, so sieh' dich nach einigen Kuhhörnern um,— gleichviel — wenn es nur Lärmen macht. Und höre du,Hansen, gehe du mit vier oder fünf Andern von euch in dieRüstkammer, und lege dort Rüstungen an. Unsere nieder-ländischen Kürasse treiben ihnen das Blut nicht so aus demGesichte. Wenn dieß geschehen ist, dann verbindet dem Walli-ser Dieb die Augen und führet ihn herein. — Verhaltet euch