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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
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stieg hierauf zu den geheimen Gewölben, deren Hüter er war,hinab, und kehrte mit einer silbernen Flasche zurück, welcheungefähr ein Quart enthalten mochte.Hier ist Wein",sagte Reinold,wie du selten gekostet hast," und schickte sich an,ihn in einen Becher zu gießen.

Nicht so, nicht so! Freund Reinold, die Flasche, die Flasche!Ich liebe einen tiefen und feierlichen Zug, wenn dieAngelegcnheitwichtig ist," sagte Wilkin. Er ergriff daher die Flasche, undnachdem er einen vorläufigen Schluck genommen hatte, hielter inne, gleichsam als ob er die Kraft und die Schmackhaf-tigkeit des edeln Getränks untersuchen wollte. Offenbar warer mit beidem zufrieden; denn er nickte dem Kellner beifälligzu, und die Flasche noch einmal an den Mund nehmend,brachte er langsam unv allmählig den Boden des Gefäßesin eine parallele Richtung mit der Decke des Zimmers, ohneeinen Tropfen von dem, was es enthielt, entwischen zu lassen.

Das hat Kraft, Herr Kellermeister," sagte er, in Folgeder langen Unterbrechung des Respirationsgeschäftes zu wieder-holten Malen tief aufathmend;allein der Himmel verzeihees Euch, daß Ihr glaubt, das Getränk sei das Beste, wasich je gekostet habe. Wie wenig kennt Ihr die Keller vonGent und Upern."

Auch kümmere ich mich nichts um sie," sagte Reinold;Leute, in deren Adern das edle normännische Blut fließt,halten die Weine Gascogne's und Frankreichs für edel, leichtund herzstärkend, und ziehen sie bei weitem den säuern Pro-dukten des Rheins und des Neckars vor."

Das ist Geschmackssache," sagte der Flamänder;doch,habt Ihr viel von diesem Wein im Keller?"

Ich glaube; doch er hat ja so eben Eurem leckern Gau-men nicht behagt," erwiederte Reinold.