34
sichtete Verbindung des Fürsten zu stimmen, als alle die ge-wichtigen Gründe seines geistlichen Fürsprechers.
Gwenwyn selbst riß im Taumel der Freude seine goldnenArmbänder ab, um sie einem Barden zu schenken, dessen Ge-sang einen so wünschenswerthen Eindruck hervorgebracht hatte,und sagte, auf den stummen und trübsinnigen Cadwallonblickend: „Die stumme Harfe ward nie mit goldenen Saitenbezogen."
„Fürst," antwortete der Barde, der wenigstens so vielStolz besaß, als Gwenwpn selbst, „Ihr verfälscht das Sprüch-wort Taliessins. — „„Die schmeichelnde Harfe ist's, der esnie an goldenen Saiten gebrach.""
Gwenwyn warfeinen finstern Blick auf ihn, und war ebenim Begriffe, ihm eine zornige Antwort zu ertheilen, als ihndie plötzliche Erscheinung Jorworths, des Boten, den er zuRaymond Verenger abgeschickt hatte, von seinem Vorsatze ab-brachte. Dieser rauhe Abgesandte trat barfüßig in die Halle;nur leichte ziegcnlederne Sandalen bedeckten seine Fußsohlen;er hatte einen Mantel von gleichem Felle über seine Schul-tern geworfen und einen kurzen Wurfspieß in der Hand. Derauf seinen Kleidern liegende Staub, und die Gluth seinesGesichtes zeigten, wie eifrig er seine Botschaft ausgerichtcthatte. Gwenwyn fragte ihn rasch: „Was für Neuigkeitenbringst du von stsrss äouloureuse, Jorworth von Jevan?"
„Ich trage sie in meinem Busen," sagte der Sohn JevanS;und mit der größten Ehrerbietung übergab er dem Fürstenrin Packet, das mit Seide zusammengebunden und mit einemSiegel versehen war, das einen Schwan, das uralte Wappendes Hauses Verenger, zeigte. Da Gwenwyn selbst wederlesen noch schreiben konnte, so reichte er in eiliger Hast denBrief Cadwallon hin, der gewöhnlich, wenn der Kaplan nichl